I
450
Kalk.
g-esckieht in Meilern, Gruben oder Oefen (Fig. 140). Bei continuir-iicliem Betrieb trägt man entweder den Kalkstein und den Brennstoffin abwechselnden Schichten von oben ein und entfernt den allmählichheruntersinkenden fertigen Aetzkalk unten durch passende Oeffnungen;oder man füllt oben in den Schacht nur Kalkstein auf und verbrenntdas Heizmaterial unten in Rostfeuerungen, so dass die heissen Flammen-gase den mit Kalkstein gefüllten Schacht durchziehen. Am reinsten er-
Fig. 140.
Fig. 141.
hält man den Kalk natürlich beim Glühen reiner Materialien, wie vongefälltem Calciumcarbonat oder Calciumnitrat (aus letzterem in Wür-feln). Der Kalk bildet eine weisse, amorphe Masse, ausnahmsweise hatman ihn in Würfeln beobachtet, wie sie bei sehr heftigem Glühen desNitrats entstehen. Er ist selbst im Knallgasgcbläse unschmelzbar undzum Weissglühen erhitzt, strahlt er ein blendend weisses Licht aus(Fig. 141): DramnTOnd'sches Kalklicht. Bei etwas über 2000° (i« 1elektrischen Ofen) verflüchtigt sich der Kalk und bildet an den käl-teren Stellen des Tiegels schöne Krystalle. Bei noch höheren Tempe-raturen (ca. 3000°) schmilzt und siedet er; beim Erstarren ist sein Ge-füge krystallinisch.
Benutzt man zum Brennen einen mergelartigen Kalkstein, so enthältder gebrannte Kalk auch kleinere oder grössere Mengen von Thon,Magnesia u. s. w. und löscht sich in Folge dessen weit weniger leicht:derartiger Kalk wird als „magerer" bezeichnet, im Gegensätze zu „fettem,welcher mit Wasser leicht zu pulverförmigem Kalkhydrat zerfällt.
Kalkhydrat. Calciumoxydhydrat, (gelöschter Kalk),Ca(OH) 2 . Aetzkalk CaO vereinigt sich mit etwa dem drittel GewichtWasser unter grosser Wärmeentwickelung: CaO -f- H 2 0 = Ca(OH)j!