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Anorganische Chemie
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Platin.

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renden Kaliumsalz PtCl 4 K 2 , rubinrothen vierseitigen Prismen, die sichaus Kaliumplatinchlorid, PlCl ß K 2 , durch Reduction mit Kupferchlorürbilden.

Platinclllorid, Platintetrachlorid, PtCl 4 . Löst man Platin in Königs-wasser und dampft die salzsäurehaltige Lösung ein, so hinterbleibt eingewöhnlich einfach alsPlatinchlorid" bezeichneter, braunrother kry-stallinischer Kückstand von zerfliesslichem Platinchlor wassersto ff,PtCl G H 2 -f- 6H 2 0. Die Platinchlorwasserstoffsäure ist für die analytischeund präparative Chemie von Bedeutung durch ihre in Wasser schwer,in Alkohol gar nicht löslichen Salze mit K, Rb, Cs und NH 4 , z. B.Kalium platinchlorid, PtClgK 2 ;AmmoniumplatinchloridoderPlatinsahniak, PtCl ß (NH 4 ) 2 , gelbe krystallinische Niederschläge, die ausheissem Wasser in Octaedern krystallisiren; das gelbe Thalliumplatin-chlorid, PtCl G Tl 2 , ist in Wasser gleichfalls unlöslich. Sehr leicht lösensich dagegen in Wasser und Alkohol das Natrium- und Lithiumsalz,ein Verhalten, das man zur Trennung der Alkalien verwerthet. DasSilber salz, PtCl G Ag 2 , spaltet beim Erwärmen Chlorsilber ab. Engtman die filtrirte Lösung über Schwefelsäure ein, so krystallisirt dasPlatin chlorid, PtCL_ -f- 5H 2 0, in scheinen, nicht zerfliesslichen, aberin Wasser und Alkohol leicht löslichen Krystallen aus, denen man beimErwärmen jedoch nur 4H 2 0 ohne Zersetzung entziehen kann. Wasser-freies Platinchlorid PtCl 4 entsteht beim 15-stündigen Erhitzen vonPtCl G fL,, unter Ueberleiten von trockenem Chlorwasserstoff, auf 165° alssehr lösliche, jedoch nicht zerfliessliche Substanz.

Platincyanür, Pt(CN) 2 , unlöslich in Wasser, Säuren und Alkalien.Platincyanwasserstoff, Pt(CN) 4 H, (= Pt(CN) 2 +2CNH), jenach Umständen verschieden gefärbte, zerfliessliche und bei 140° zer-fallende Krystalle. Diese Säure bildet Salze, deren Krystalle durchschönen Dichroismus ausgezeichnet sind (Gmelin).

Platincyankalium, Pt(CN) 4 K 2 -j- 3 H 2 0, u. a. aus PtCl 2 und4 CNK, gelbe rhombische Prismen mit blauem Flächenschimmer.

Platincyanmagnesium, Pt'CN) 4 Mg + 7H 2 0, prächtige, rothoquadratische Säulen, mit grünen metallglänzenden Seitenflächen undpurpurvioletten oder blauen Endflächen.

Platincyanbaryum Pt(CN) 4 Ba -f- 4H 2 0, monocline Krystalle,zeisiggrün in der Richtung der Hauptaxe, senkrecht dazu schwefelgelbm it blauviolettem Reflex.

Diese Salze nehmen leicht 2 Halogenatome auf und gehen in Ver-bindungen vom Typus des Platinchlorwasserstoffs über, z. B. Pt(CN) 4 Cl 2 K>,woraus sich die entsprechenden Säuren, wie Pt(CN) 4 Cl 2 H 2 , isoliren lassen.Platinsulfür, PtS, und Platinsulfid, PtS 2 , bilden schwarzeNiederschläge, welche sich in den Sulfiden der Alkalimetalle auflösen,indem rothgefärbte Sulfosalze entstehen.

Die Platinverbindungen haben in ganz entsprechender Weise wiedie des Kobalts die Fähigkeit, sich mit Ammoniak in mehrfachen Ver-hältnissen zu einer langen Reihe von mehr oder weniger complicirtenSubstanzen zu vereinigen, welche man als Platinbasen oder derenSalze auffasst. Die erste derartige Verbindung, das Platosammonium-chlorid, Pt(NH 3 ) 2 Cl 2 , wurde 1828 von Magnus aus Platinchlorür und