Elektrolyse.
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in dieser Weise alles ausgeschiedene Kupfer wieder ersetzt, stellt sichder ganze Vorgang als ein Wandern des Kupfers von der Anode zurKathode dar. Das Kupfer setzt sich auf der Kathode als compakterUeberzug ab, der einen genauen Abdruck der Kathode darstellt —galvanoplastischer Abdruck (S. 351).
Falls das Metall des elektrolysirten Salzes eine secundäre Einwir-kung auf das Wasser ausübt, so wird es nicht in freiem Zustande ander Kathode abgeschieden. Elektrolysirt man beispielsweise Natrium-sulfat in wässriger Lösung, dann wirkt das abgespaltene Natrium unterEntbindung von Wasserstoff auf das Wasser ein. In diesem Falk'werden also, ganz wie bei der verdünnten Schwefelsäure, Sauerstoff undWasserstoff entbunden, daneben aber tritt an der Anode Schwefelsäure,an der Kathode Natronlauge auf. — Wie die Sulfate, werden auch an-dere Salze zerlegt: Chlornatrium zerfällt in Chlor und Natrium (S. 345).Schaltet man in einen Stromkreis verschiedene Elektrolyt« hintereinander ein, so werden äquivalente Mengen der betreffenden Zersetzungs-producte durch den Strom ausgeschieden. (Elektrolytische Gesetzevon Faraday.) Bei der Elektrolyse von z. B. Metallchloriden warddemgemäss in allen Apparaten die nämliche Chlormenge an den Anodenin Freiheit gesetzt, die Quantitäten der an den Kathoden abgesetztenMetalle stehen dagegen im Verhältniss von deren Aequivalent-ge wichten. Elektrolysirt man durch denselben Strom beispielsweisehinter einander eingeschaltete Lösungen von mit Schwefelsäure ange-säuertem Wasser, von wässriger Salzsäure, von Kupferchlorid, und vonKupfersulfat, dann erhält man im ersten Zersetzungsapparat 2 Ge-wichtstheile Wasserstoff und 16 Th. Sauerstoff, im zweiten 2 Th.Wasserstoff und 71 Th. Chlor, im dritten 63"2 Th. Kupfer und 71 Th.Chlor, im vierten 63-2 Th. Kupfer und IG Th. Sauerstoff. Die ausge-schiedenen Mengen sind, wie man sieht, einander äquivalent im Sinneder Valenzlehre; daher werden auch aus Verbindungen, in denen ein-und dasselbe Metall verschiedenen Oxydationsstufen entsprechend mitverschiedener Valenz auftritt, wechselnde Gewichtsmengen dieses Me-talls ausgeschieden, und zwar so, dass durch denselben Strom in dergleichen Zeit gleich viele Valenzen gelöst werden. Wenn man z. B.durch denselben Strom Kupferchlorid und Kupferchlorür neben ein-ander elektrolysirt, so werden aus dem Chlorid Cu n Cl 2 = 63 - 2 Th.Kupfer niedergeschlagen, aus dem Chlorür Cu^CL, dagegen gleichzeitig126-4 Th. Kupfer in Freiheit gesetzt; während ebenso Quecksilber-chlorid Hg^CL, = 199-8 Th. Quecksilber liefert, erhält man aus demMercuronitrat Hg 2 n (N0 3 ) 2 unter Lösung von gleichfalls 2 Valenzen diedoppelte Gewichtsmenge, also 399-6 Th. Quecksilber.
Zur Erklärung chemischer Umsetzungen hatte bereits Williamson (Ann. Chem.Pharm. 77, 46; 1851) angenommen, „dass in einem Aggregat von Jlolecülen jeder Ver-bindung ein fortwährender Austausch zwischen den in ihr enthaltenen Elementen vor sichgeht.« Angenommen z. B., ein Gefitss mit Salzsäure würde durch grosse Zahl von Mo-dulen von der Zusammensetzung C1H ausgefüllt, so bleibt nach Williamson jedesAtom Wasserstoff nicht in ruhiger Gegeneinamlerlagerung neben dem Atom Chlor, mitdem es zuerst verbunden war, sondern es findet ein fortwährender Wechsel des PlatzesMit anderen Wasserstoffatomen statt. Eine ähnliche Theorie der „Elektricitätsleitungin Elektrolyten" entwickelte C lausius (Ann. der Physik u. Chem. 101, 338; 1857); doch