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Anorganische Chemie
Entstehung
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Zinn.

18. Zinn.

Sn =s 119-1.

Das Zinn (stannum) findet sich in der Natur kaum jemals ge-diegen vor, sondern fast stets als Zinndioxyd oder Zinnstein,Sn0 2 , dessen quadratische, gewöhnlich durch Mangan oder Eisen braunbis schwarz gefärbte Zwillingskrystalle oder faserige Massen an ver-schiedenen Orten in den älteren krystallinischen Gesteinen und derenZersetzungsproducten auftreten.

Obwohl nicht gediegen vorkommend, gehört das Zinn doch zu denMetallen, die schon den Alten bekannt waren, welche seine Verwendungzu Bronze sehr wohl kannten. Sie holten das Zinn, das im Gegensatz

zu dem Blei oderplumbum

Fig. 111.

nigrum", alsplumbum candidumbezeichnet wurde, aus seinenGruben in Cornwallis. AndereFundstätten des Zinnsteins sinddas Erzgebirge, die Inseln Bancaund Biliton. sowie Peru undAustralien.

Zunächst wird das Zinnerz durcbPochen und Schlämmen von der an-hängenden Gangart, und hierauf durcbKüsten von Schwefel und Arsen möglichstbefreit. Letztere Operation nimmt mauin Oefen mit rotirendem Heerd vor, wo-durch das Umrühren der Masse bewerk-stelligt wird und fängt die arsenigeSäure in besonderen Kammern auf. DemRösten folgt ein nochmaliges Schlämmenmit Wasser, zuweilen auch eine Behand-lung mit roher Salzsäure zur Entfernungvon Kupfer, Eisen und Wismuth. Hier-auf verschmilzt man das vorbereitete Erzunter Zusatz von Holzkohle, welche dieKeduction bei hoher Temperatur bewirktin Schacht- oder Flammöfen (Sn0 2 -)- 2 C= Sn + 2 CO). (Fig. 111.) Das erhalteneKohzinn wird zur Keinigung nochmals bei möglichst niedriger Temperatur umge-schmolzen, wobei das reine Metall in ein vor dem Ofen befindliches Reservoirabfliesst, während die weniger leichtflüssigen Metalle mit etwas Zinn zurückbleiben.Schliesslich rührt man das geschmolzene Zinn während einer gewissen Zeit mitfrischen Holzstangen um: alle leichter oxydirbaren Metalle, deren Anwesenheit Glanz undFestigkeit des Zinns beeinträchtigt, gehen hierbei als Schaum an die Oberfläche, währendreines Zinn zurückbleibt. 1 )as lianca-Zinn ist fast chemisch rein, allein auch das deut-sche und englische Zinn enthält nach mehr oder weniger sorgfältiger Keinigung 989'J'JPro'cent. Weltproduction: Jährlich etwa 70.000 Tonnen.

Das Zinn ist ein lebhaft glänzendes, fast silberweisses Metall-weiches bei 2:3.')° schmilzt und sich bei etwa 1500° verflüchtigt. Specif-Gew. des geschmolzenen und wieder erstarrten Zinns 7 - 29 bei 13 5 . Es

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