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Arsonsäure.
Arsensäure, AsO,H 3 .
Scheele erhielt 1775 die Arsensäure durch Einleiten von Chlor inein Gemenge von Wasser mit weissem Arsenik As 4 0 6 , ferner durchBehandeln des letzteren mit Königswasser z. B.:
As 4 0 6 + 4C1 3 + 10H 2 O = 4As0 4 H 3 + 8 CHI.
In grösserem Maassstabe wird Arsensilure durch Erwärmen vonArsenik mit starker Salpetersäure dargestellt. Sie bildet durchsichtige,krystallwasserhaltige rhombische Prismen oder Tafeln 2As0 4 II 3 -p- I1 2 0,die an feuchter Luft zerfliessen.
Die Arsensäure schmeckt sauer und metallisch; als Gift wirkt sieetwas weniger heftig wie die arsenige Säure, in concentrirter Lösungauf die Haut gebracht, zieht sie Blasen. Sie findet Verwendung in derEarbenindustrie (ältere Fuchsindarstellung). Die arsensauren Salze oderArseniate sind isomorph mit den analog zusammengesetzten Phosphaten.Wie letztere geben auch die löslichen Arseniate der Alkalien mitAmmoniak, Salmiak und Magnosiumsulfat (Magnesiamixtur) einen kri-stallinischen Niederschlag AsU 4 Mg(NH t ) -j- 6H 2 0 und mit einer Lösungvon Ammoniummolybdat eine gelbe Fällung; dagegen ist das Silber-arseniat, As0 4 Ag 3 , dunkelrothbraun. Den sichersten Unterschied fürPhosphor und Arsen bietet aber die Fällbarkeit des letzteren durchSchwefelwasserstoff (s. u. Arsensulfide). Um Arsensäure und Arseniateauf trockenem Wege zu Arsen zu reduciren. erhitzt man sie mit Sodaund Cyankalium (wobei das Cyanid, CKK, in Cyanat, GNOK, übergeht).
Bei 100° entweicht das Krystallwasser der Arsensäure und es bleibtOrthoarsensäure, AsO(OH) 3 , als krystallinisches Pulver zurück; diesesgibt bei 140—180° unter Wasserabspaltung ein inneres Anhydrid,Pyroarsensäure, As.,<) 7 II, = As< >(OH) 3 . 0 . AsO(OH) 2 , harte glän-zende Krystalle, die bei 200° unter plötzlicher Entwickelung von Wasser-dampf erweichen und alsdann zu einer farblosen, perlmuttcrglänzendenMasse von Meta arsensäure, AsOjH, erstarren: in diesen Beziehun-gen verhält sich mithin die Arsensäure der Phosphorsäure vollkommenähnlich. Ein Unterschied von der letzteren, deren anhydrische Formenauch in wässriger Lösung existiren können, ist jedoch der, dass dieHydratformen der Arsensäure sich in Wasser unter Erhitzung zu ge-wöhnlicher (Ortho-) Arsensäure lösen.
Als dreibasischo Säure bildet die Arsensiiuro drei Reihen von Salzen; von dennormalen sind nur diejenigen der Alkalien in Wasser löslich. Bei vorsichtigem Erhitzengeht das einfach saure Natriumarseniat, As0 4 Na 2 H, in Natriumpyrarseniat, As 2 0 T Na 4 , über,und das zweifach saure Natriumarseniat As< > 4 \aII 2 liefert Natriummetarseniat, AsO^Na;wie die Hydrate existiren diese Salze nur im festen Zustande und gehon mit Wassersofort wieder in die betreuenden Orthoarscniate über.
Halogenverbindungen des Arsens.
Arsentrifluorid, AsFl 3 . Aus CaFl,, SO«H, und As^. Farblose, an der Luftrauchende Flüssigkeit, von sehr giftigen Eigenschaften. Erstarrt bei — 8'5 0 zu einerKrystallmasse. Sdp. 63°. Specif. Gew. 2'73.
A r s e n p e n t a f 1 u o r i d. A s I-'l,. Nur in Form von Doppel Verbindungen bekannt, die sichbeim Auflösen von Kaliumarseniat in Fluorwasserstoff bilden, ■/.. B. AsFl, + 2F1K -]-H 2 0.