Tellur.
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das Tellur rein darzustellen, behandelt man Schrifttellur mit Königs-wasser, entfernt die Metalle in geeigneter Weise und fällt aus der fil-trirten Lösung das Tellur durch Schwefeldioxyd oder Sulfitzusatz alsgraues krystallinisches Pulver, welches man zur Reinigung in einerWasserstoffatmosphäre oder im luftleeren Räume destillirt.
Das Tellur krystallisirt beim Erstarren in silberglänzenden Rhom-boedern; es ist sehr spröde und leicht pulverisirbar. Das spec. Gew.des pulvrigen Tellurs ist 5"93, dasjenige des rhomboedrischen 6'39. Esschmilzt bei 455° und siedet gegen 1400°. Oberhalb 1400° entsprichtdie Dampfdichte dem Moleculargewicht Te 2 . An der Luft verbrenntes ohne Geruch mit blaugriiner Flamme zu Tellurdioxyd. In rauchen-der Schwefelsäure löst es sich mit Purpurfarbe unter Bildung vonTellurschwefeltrioxyd TeS0 3 . In Schwefelkohlenstoff ist das Tellurunlöslich.
Tellurwasserstoff, TeH 2 .
Tellur und Wasserstoff vereinigen sich direct zu einem leicht zersetzlichen Gase.Zu dessen Darstellung bereitet man sich Tellurzink und zerlegt es mit verdünnter Salz-säure. Der Tellurwasserstoff ist brennbar, riecht höchst unangenehm und ist in Wasserziemlich löslich; durch den Sauerstoff der Luft wird aus dieser Lösung Tellur als braunesPulver abgeschieden. Metallsalze werden durch TeH 2 als Telluride gefallt, die auchdurch Zusammenschmelzen von Tellur mit Metallen entstehen.
Das Volumgewicht des Tellurwasserstotfs (und ebenso dasjenige des Selenwasser-stoffs) ergibt sich daraus, dass, wenn man ein bestimmtes Volum des Gases mit Zinnerhitzt, ein demselben gleiches Volum reinen Wasserstoffs zurückbleibt.
Tellurdichlorid, TeCl,.
Ein Tellurmonochlorid, Te 2 Cl 2 , ist unbekannt. Das Dichlorid, TeCl 2 , bildet sich«eben dem Tetrachlorid beim Ueberleiten eines Chlorstroms über stark erwärmtes Tellurund wird durch Destillation von TeCl 4 mit Te rein dargestellt. Schwarze krystallinischeMasse, Schmp. 175°, Siedepunkt 32-4°, wird durch Wasser zersetzt.
Tellurtetrachlorid, TeCl 4 .
Aus Tellur und überschüssigem Chlor. Blendendweisse Krystallmasse. Schmp. 224°.Siedepunkt 38(1". Hygroskopisch und durch Wasser zersetzlich. Die Dampfdichte ent-spricht bei 448° der Formel TeCl 4 (gefunden 9'0 und 92; berechnet 9'3). Das Tellur-tetrachlorid übertrifft somit an Beständigkeit das Selentetrachlorid und noch weit mehrdas Schwefeltetrachlorid.
Tellurdibromid, TeBr 2 . Schwarze Nadeln, Schmp. ca. 280°; Sdp. 339°.Tellurtetrabromid, Tellr 4 . Rothgelbe Krystallmasse. Schm. 380°. Sdp. 420°. Tellur-d "Jodid, TeJ 2 , bildet schwarze, sublimirbare Kryställchen. Tellurtetraj odid, TeJ 4 ,eisengrau und krystallinisch, aus telluriger Säure und wässrigem Jodwasserstoff, spaltetbeim Kochen langsam Jod ab, indem Tellurdijodid entsteht.
Tellurmonoxyd, TeO.
Aus Tellurschwefoltrioxyd, TeSO„, im Vacuum bei 180°. Lockere schwarze Masse.Zerfällt beim stärkeren Erhitzen in Tellur und Tellurdioxyd.
Tellurdioxyd, Te0 2 .
Tellurdioxyd (Tellurigsäureanhydrid) ist das Verbrennungsproduct des Tellursa » der Luft, welches sich in kleinen weissen Oktaedern absetzt. Löst man Tellur inWeisser starker Salpetersäure auf, so scheiden sich nach dem Erkalten in Wasser fast