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Anorganische Chemie
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Chlorschwefel.

silber auf, da es in Wasser ziemlich löslich ist. Weitere Bildungsweisensind sehr zahlreich, z. B. 3 S0 3 -j- CVS 2 = COS -j- 4 S0 2 ; ferner2C0 2 + 3S = 2COS + S0 2 .

Kohlenoxysulfid ist ein farbloses, schwach riechendes Gas vomspecif. Gew. 24046, welches bei 0° durch einen Druck von 12'5 Atmo-sphären zu einer beweglichen Flüssigkeit verdichtet wird. Dieselbe ver-wandelt sich bei rascher Verdunstung in eine schneeartige Masse.Wasser löst sein gleiches Volum, und zersetzt es dann langsam (COS-J- H 2 0 = C0 2 -j-H 2 S); kommt in einzelnen Schwefelquellen vor.

Ein durch den galvanischen Strom in's Glühen versetzter Platin-draht zerlegt das COS vollkommen und ohne Volumveränderung in COund Schwefel. Das Gas entzündet sich schon durch einen glimmendenSpahn, und- gibt mit Luft und Sauerstoff höchst explosive Gemische(2COS + 3 0 2 =2C0 2 + 2S0 2 ). Durch wässrige Alkalien wird esunter Zersetzung gelöst: COS + 4KOH = C0 3 K 2 + K 2 S + 2H 2 0.

Schwefelmonochlorid, S 2 C1 2 .

Leitet man sorgfältig getrocknetes Chlorgas durch eine tubulirteRetorte," in der sich geschmolzener Schwefel befindet, so entstehtSchwefelmonochlorid, S 2 C1 2 , und destillirt in die gut zu kühlendeVorlage über. Durch Rectification gereinigt ist dasselbe eine bei 138°unzersetzt siedende gelbrothe Flüssigkeit von erstickendem Geruch undvom speeifischen Gewicht 1*7 bei 0". Von Wasser wird es vollständigzersetzt:

2SjC1 2 +2HjO = S0 2 + 3S + 4HC1und raucht deshalb stark an feuchter Luft. Das Monochlorid löstSchwefel reichlich auf und findet daher Verwendung zum Vulcanisirendes Kautschuks.

Schwefeldichlorid, SC1 2 .

Sättigt man das Monochlorid in der Kälte mit Chlor und entferntschliesslich den Ueberschuss des letzteren, indem man einen getrocknetenStrom von Kohlendioxydgas durch die Flüssigkeit hindurchleitet, soerhält man stets ein braunrothes Oel von der Zusammensetzung SC1 2und dem speeifischen Gewicht 1'62. Bei etwa 64° zerfällt dasselbe, in-dem es zu sieden scheint, in das Monochlorid und Chlor. Wasser zer-legt es nach der Gleichung: 2 SC1 2 + 2 H 2 0 = SO a -4- 4 HCl + S. Mitverschiedenen ungesättigten Substanzen, wie Aethylen, Amylen, Arsen-trichlorid, vereinigt sich das Schwefeldichlorid zu wohlcharakterisirtenVerbindungen.

Schwefeltetrachlorid, SC1 4 .

In Folge der nicht sehr grossen Verwandtschaft des Schwefels zumChlor, seinem Nachbar im periodischen System, nimmt die Unbeständig-keit der Schwefelchloride mit dem Wachsen des Chlorgehalts zu undein Schwefelhexachlorid SC1 6 ist trotz der Sechswerthigkeit des Schwefelsnicht mehr bekannt. Ein Oel von der Zusammensetzung des Schwefel-