Druckschrift 
Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
118
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

*ZL//?2W

118

Periodisches System der Elemente.

Atome erfolgt vermittelst dieser Valenzen, so dass z. B. die Leistungs-fähigkeit des Sauerstoffatoms in dieser Richtung zweimal so gross ist, alsdiejenige des Chloratoms, während der Kohlenstoff die vierfache Wasser-stoffmenge binden kann, wie das Chlor.

Man hat in der Ausnutzung dieser sehr einfachen Prineipien einMittel, an Stelle der empirischen Molecularformeln rationellere Formeln,die sogenanntenConstitutionsformeln" zu setzten, aus denen namentlichfür complieirtere Substanzen genetische Beziehungen und das Gesammt-verhalten ungleich deutlicher sich ergeben, wie aus der einfachsten mole-cularen Formulirung. Dabei drückt man die Bindung der Atome ge-wöhnlich durch Bindestriche aus:

HH

H-Cl

0<

II11

0<

cici

NfH

CI

NfCl

X C1

c<

c<

H

HH

11

CICI

CI u.CI

s. f.

Aus derVierwcrthigkeit" des Kohlenstoffs undEinwerthigkeit" desWasserstoffs erklärt sich nun sehr gut die Existenz der überaus zahl-reichen Kohlenwasserstoffe, wenn man die weitere Hypothese aufstellt,dass die Kohlenstoffatome sich untereinander nicht nur mit einer, son-dern auch mit zwei oder drei Valenzen verbinden können, z. B.

X HxH

CC-H

C<

c<

\

IIIIIIII

CH

CH

II

Die Theorie soll jedoch nicht nur das Vorhandene und das Mög-liche erklären, sondern auch das nicht Mögliche voraussehen; ein Blickauf die Formeln:

/*

c <2

C<

c<

('II

c*

C-H

HC-H ^H\H

zeigt, dass die vierwerthigen Kolilenstoffatome in den erfahrungsgemässfür sich nicht existenzfähigen Atomcomplexen C 2 H, C 2 H S , C 2 H 5 nichtvollständiggesättigt" sind (was durch die Bindungsstriche * ange-deutet ist); wo derartige Atomgruppen bei chemischen Reactionen nunaber doch in Freiheit gesetzt werden würden wie z. B. wenn mandurch Natrium aus C 2 H 5 J das J-atom wegnimmt, die Gruppe C 8 H Bsich isoliren lassen sollte da binden sich sofort zwei solche Gruppenmit den disponibeln Valenzen an einander, und man erhält die Ver-doppelung C 4 H 10 , dengesättigten" Kohlenwasserstoff Butan, dessenExistenz mit der Werthigkeitslehre in Einklang steht.

J