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Kohlenstoff.
4. Kohlenstoff.
C = 12-00.Der reine Kohlenstoff (Carboneum) tritt in der Natur als Diamantund als G r a p h i t krystallisirt auf; sein Dioxyd, das Kohlensäureanhydrid,findet sich frei in der Atmosphäre und den Gewässern, sowie in Ver-bindung mit Kalk, Magnesia und anderen Basen als Kalkstein, Dolomit,Magnesit, Strontianit, Witherit; sodann bildet er einen wesentlichen Be-standteil sämmtlicher organischer Verbindungen, die beim Glühen unterLuftabschluss einen Theil ihres Kohlenstoffs in Form von amorphemKohlenstoff zurücklassen; in ähnlicher Weise sind auch Anthracit, Stein-kohlen, Braunkohlen und Torf entstanden, welchejedoch noch nichtganz vondem ursprünglichen Wasserstoff-, Sauerstoff- und Stickstoffgehalt frei sind.
Letzterer, die organische Kohle, war wegen ihrer vollkommenenUnlöslichkeit schon seit alter Zeit bekannt. Den Graphit verwechselteman mit dem äusserlich ähnlichen Molybdänglanz, bis Scheele 1779wahrnahm, dass er bei dem Verbrennen mit Salpeter sich in Kohlen-dioxyd verwandle. Die Brennbarkeit des Diamants folgerte schonNewton aus dessen sehr grossem Lichtbrechungsvermögen: in Florenz1694 angestellte Versuche zeigten dann, dass er im Focus eines starkenBrennglases völlig verschwinde, und nachdem man gesehen, wie diesesnur an der Luft, bisweilen unter Auftreten einer flamme, nicht aberbeim noch so starken Glühen in einer luftdicht schliessenden Hülle vonPorzellanmasse der Fall war, wiesen 1773 fünf französische Chemikerals Verbrennungsproduct des Diamanten das Kohlendioxyd nach. Ver-suche von Tenannt 1796, Mackenzie 1800, Allen und Pepys 1807,ergaben, dass gleiche Gewichte von Holzkohle, Graphit und Diamantbei der Verbrennung gleich viel Kohlendioxyd liefern, und somit diesedrei Körper als verschiedene allotropischc Modificationen des ElementsKohlenstoff zu betrachten sind. Bei der äusserst hohen Temperatur deselektrischen Ofens gehen alle Modificationen des Kohlenstoffs aus demfesten Aggregatzustand ohne vorherige Schmelzung in den gasförmigenüber, und nehmen bei der Abkühlung unter gewöhnlichem Druck stetsdie Form des Graphits an.
Der Diamant wurde zuerst von Ostindien (Ostseite des Plateausvon Deccan) nach Europa gebracht; hervorragend sind ferner die seit1727 ausgebeuteten Diamantfelder von Minas-Geräes in Brasilien, sowieneuerdings diejenigen der transvaalischen Bepublik im südöstlichenAfrika. Der Diamant findet sich in einem quarzhaltigen Talkschiefer,dem Itacolumit, aber noch häufiger in der Nähe desselben, losgelöstund in aufgeschwemmtem Terrain.
Der Diamant entstammt zusammen mit eruptiven Gesteine (Magnesiasilicaten: Olivin,Serpentin) dem feurigflüssigen Erdinnern; seine Bildung- erfolgt wahrscheinlich im Schmelz-flüsse, unter hohem Druck und hei rascher Abkühlung. Kohlenstoff, der in geschmolzenemEisen gelöst ist, krystallisirt bei langsamer Abkühlung vorwiegend als Graphit, bei rascherangeblich als Diamant. Kleine Diamanten sollen so gewonnen werden, dass man mitKohlenstoff gesättigtes Eisen von ca. 3000° plötzlich stark abkühlt (Moissan).
Der Diamant krystallisirt regulär (Fig. 34 und 35) in oktaedrischenFormen: Hexakisoktaedern, Hexakistetraedern und (Jombinationen mitgekrümmten Flächen, von vollkommener oktaedrischer Spaltbarkeit; ge-