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Anorganische Chemie
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Salpetersäure.

Lakmustinctur wird daher beim Durchschlagen des Funkens durch Luftbald geröthet, während auf Zusatz von Kalilauge in dem Gefass sichSalpeter, NO s K, bildet. Die Ammoniumsalze der Salpeter- und salpe-trigen Säure entstehen gelegentlich der Verbrennung oder Oxydationmancher Substanzen, wie Wasserstoff, Kohle, Alkohol, Phosphor u. s. w.Ammoniak NH 3 lässt sich direct durch Sauerstoff oder Ozon, sowie auchdurch zahlreiche Oxydationsmittel in Salpetersäure überführen. In derAckererde wird die Umwandlung von Ammoniumsalzen und von Nitritenin Nitrate durch Mikroorganismen bewerkstelligt.

Salpetersaure Salze oder Nitrate (von acidum nitricum)bilden sich in grossen Mengen aus verwesenden stickstoffhaltigen thie-rischen oder pflanzlichen Stoffen bei Gegenwart starker Basen; aussolchen stickstoffhaltigen Resten entstehen unter Einwirkung von Spalt-pilzen zunächst Ammoniak und Ammoniumnitrit und durch deren Oxy-dation schliesslich Natron-, Kali- und Kalksalpeter, die sich in regen-

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losen Landstrichen in ausgedehnten Lagern ansammeln. Von derartigenHerkommnissen wird das salpetersaure Natron (Natriumnitrat) als Chili-öder Perusalpeter bezeichnet. Salpeter trifft man indessen überall, wodie vorerwähnten Processe sich vollziehen, wie an den Mauern und imBoden von Stallungen u. s. w. In künstlich hergestellten Salpeterplän-tagen (Ungarn, Schweden) erzeugt man gleichfalls nicht unbeträchtlicheMengen dieser Salze.

Die Salpetersäure gewinnt man im Grossen durch Zersetzung desbilligen Natronsalpeters vermittelst Schwefelsäure. Um hohe Tempera-turen, bei welchen die entstehende Salpetersäure Zersetzung erleidenwürde, zu vermeiden, nimmt man soviel Schwefelsäure, als der Bildungvon saurem Natriumsulfat entspricht:

NO :! Na + S0 4 II 2 == N0 3 H + S0 4 HNa.Die leicht flüchtigen Dämpfe der Salpetersäure condensirt mauvollständig in einem System von Steinzeugkrügen, deren letzte zur voll-ständigen Verdichtung der Dämpfe Wasser enthalten und so eine ver-dünnte Säure liefern (Fig. 31). Bei Anwendung eines kleinen Ueber-schusses von Schwefelsäure lässt sich der Destillationsrückstand besseraus den gusseisernen Kesseln entfernen.