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Anorganische Chemie
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Säuren, Basen, Salze.

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osung mit Stärkekleister und taucht Fliesspapier ein, so erhält man^ odkalium-Stärkepapier. Kommtdieses nun mit ozonhaltiger Luft zusammen,so wird das Jod in Freiheit gesetzt und färbt das Stärkepapier mehroder weniger intensiv blau. Aus dem Auftreten dieser sehr empfindlichen-Keaction glaubte man auch auf einen grösseren oder geringeren Ozon-gehalt der atmosphärischen Luft schliessen zu dürfen, wo man sich das-selbe unter dem Einfluss elektrischer Entladungen, sowie von Verbrennungs-processen entstanden dachte. Indessen abgesehen davon, dass die in derAtmosphäre auftretenden höheren Oxyde des Stickstoffs dieselbe ßeaction^gen, scheint für gewöhnlich das in der Luft fast immer enthalteneWasserstoffsuperoxyd die Bläuung zu veranlassen.

Der Umstand, dass Ozon blankes Silberblecb mit einem Ueberzug von^Ibersuperoxyd bedeckt, gestattet eine sichere Unterscheidungups Ozons vom Wasserstoffsuperoxyd und den Oxyden des Stickstoffs,S?. Silber nicht angreifen. Bis jetzt ist es aber noch nicht gelungen, mit

Hberblech in atmosphärischer Luft diese nur auf Ozon hindeutende

Schwärzung zu erhalten und der Ozongehalt der Luft somit zweifelhaft.

Schwefel, Phosphor, Arsen gehen durch wässeriges Ozon in Schwefelsäure, Phos-

1 °rsäure, Arsensäure über; Silbersalze geben schwarzes Silbersuperoxyd; Quecksilber,

s an der Luft jahrelang ganz unverändert bleibt, bedeckt sich in Berührung auch

1 vollkommen trockenem Ozon sofort mit einer matten Oxydationsschicht; Bleisalzo8 en braunes Bleisuperoxyd, durch dessen Entstohung auch mit Bleioxydhydrat bestrichene

1 pierstreifen sich bräunen, während durch Bleisullid geschwärztes Papier sich in Folge

* Bildung von weissem Bleisulfat bleicht. Organische Substanzen werden durch Ozonyuirt; die Lösungen der Farbstoffe, z. B. sehr verdünnte blaue Indigolösung, werden

cli einigen Augenblicken beim Durchleiton ozonisirten Sauerstoffs entfärbt. Völligckenes Ozon lässt jedoch manche, selbst leicht oxydirbare anorganische und organischo

Stoffe unverändert.

Die Eigenschaften des Ozons haben verschiedenartige Benutzung gefunden, z. B.m Bleichen von alten Drucken und Kupferstichen; zur Essigfabrication u. s. f.

Das frühere sogenannteAntozon" ist keine weitere Modification des Sauerstoffs,ern ,lat sic h in fast allen Fällen als identisch mit dem Wasserstoffsuperoxyd erwiesen.

I.

Verbindungen des Sauerstoffs.

Säuren, Basen, Salze.

. Mit den meisten Elementen verbindet sich der Sauerstoff direct.Aus genommen sind nur die Halogene: Chlor, Brom, Jod und Edelmetalle|t le: öold, Silber, Platin, obwohl auch mit diesen Elementen sich aufUmwegen zahlreiche und wichtige Sauerstolfverbindungen (wie z. B.£ as Kaliumchlorat C10 3 K) haben darstellen lassen. Nur für das Fluor

en nt man keine Sauerstoffverbindungen.

Der Name des Sauerstoffs oder Oxygeniums (Säure-

rzeiiger'^ von j^c, sauer und fswau), ich erzeuge) wurde gewählt.

£U die Producte der Verbrennung in Sauerstoffgas (sowie Luft) sehr

. mi t Wasser (oder Basen) zu Säuren (oder Salzen) zusammentreten,^ le da s b e i m Schwefel, Phosphor und Kohlenstoff der Fall ist. Im All-gemeinen bezeichnet man die Verbindungen des Sauerstoffs als Oxyde.

Krafft, Anorganische Chemie, 3. Aufl. 2