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Einleitung'.
ändern." Die Erde beispielsweise müsste geradlinig in den Weltraumhineinstürzen, würde sie nicht durch die Schwerkraft der Sonne unauf-hörlich in der alljährlich durcheilten elliptischen Bahn festgehalten undebenso wird auch der Flug einer abgeschossenen Kugel durch denLuftwiderstand allmählich verlangsamt und durch die Anziehung derErde von der geradlinigen Bahn abgelenkt, so dass die Kugel schliess-lich zu Boden fällt. Je beträchtlicher die Kraft ist, welche einen gerad-linig sich bewegenden Körper aus seiner Richtung ablenkt, um sostärker ist natürlich auch die Ablenkung selbst. Der Mond, weil ertrotz seiner scheinbaren Grösse im Vergleich zur Sonne doch nur vonverschwindender Masse ist, kann daher nur höchst geringe Abweichungender Erde aus ihrer Sonnenbahn verursachen. "Von der grössten Trag-weite ist die Thatsache, dass eine stattfindende Bewegung inWirklichkeit niemals verschwindet; wird ein in Bewegungbefindlicher Gegenstand plötzlich aufgehalten, dann überträgt sich seineganze Bewegung auf den hemmenden Körper. Kann sich nun dieserletztere niclit als (ianzes fortbewegen, so gerathen wenigstens seinekleinsten Theilchen in äusserst lebhafte Schwingungen („sie erwärmensich") — beispielsweise der Ambos, beim Aufschlaget] eines Hammersauf denselben, ein Holzstück beim Beiben durch ein anderes.
Mit diesen sehr einfachen Beispielen kommen wir auf eine gleich-falls unendliche Menge höchst auffallender Erscheinungen, die auch dieFolge eigentümlicher Bewegungen sind; allein, wie schon gesagt, er-strecken sich diese Bewegungen nur auf sehr kleine uns unsichtbareTheilchen der Körper und können daher ohne eine merkbare Ortsände-rung des ganzen Körpers stattfinden. Wir nehmen deshalb in diesenFällen die Bewegung häufig gar nicht wahr, umso deutlicher aber be-merken wir stets deren Wirkung. Allein diese Wirkung ist nur eine vor-übergehende und hört auf, sobald die Ursache der Erscheinungwieder verschwindet. Unterhalb des Gefrierpunktes ist das Wasser festund tritt als Eis oder Schnee auf; in höherer Temperatur wird esflüssig, und wenn man bedeutend stärker erhitzt, geht es in Dampfformüber; bei allen diesen Umwandlungen ändert sich jedoch nur der„Aggregatzustand" oder die Bewegungsart der kleinsten Wassertheilchen.keineswegs aber die stoffliche Beschaffenheit dieser wichtigen Substanz,'denn sowie die Ursache der Eigenschaftsänderung, das Abkühlen oderdie Erhitzung aufhört, bekommt man alsbald das Wasser wieder inseiner ursprünglichen Form. Manche Körper, wie Platin oder Aetz-kalk, lassen sich sogar bis auf Weissglut erhitzen und strahlen einblendend weisses Licht aus. ohne beim Wiedererkalten irgend einebleibende Aenderung in ihren Eigenschaften zu zeigen. Eine Glockeoder eine Darmseite ertönen nur, solange die Schwingungen andauern, indie man sie versetzt hat. Eine Glasstange wird durch starkes Roibenvorübergehend elektrisch und vermag kleine Papierschnitzeln und Hol-lundorkügelchen anzuziehen; bald ist sie aber nicht mehr hierzu fähigund zeigt wieder ihr ursprüngliches indifferentes Verhalten. Alle der-artigen Erscheinungen, bei denen der betheiligte Körper eine Verände-rung seiner stofflichen Zusammensetzung nicht erfährt, gehören in dasengere Gebiel der Physik.