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voll und umständlich. Er meint genug gethan zu haben,wenn er seinen Harn zuckert. Aber gerade in der Art,wie er dies thut, pflegt er sich zu verrathen.
Vor allem zuckert er, so oft sich ihm Gelegenheitbietet, also unregelmässig, so dass der Zuckergehalt desHarns breite und regellose Schwankungen darbietet.Ferner zuckert er, um die ärztliche Erkenntniss zu fördern,gewöhnlich viel zu reichlich. Und endlich verwendet erwohl statt des dem Harnzucker verwandten Trauben- oderStärke- oder Krümel-Zuckers den zugängigeren Rohr-zucker.
Zum Zwecke der Entlarvung wird der Arzt beflissen sein,den frischen Harn entweder selbst aufzufangen oder er wirdihn der Blase entnehmen. Dabei wird er sich zu ver-gegenwärtigen haben, dass manche Betrüger Zuckerlösungenauch in die Blase eingespritzt haben. Was nun die zuerwartende Zuckermenge anlangt, so sind beim Krankennur Spuren, aber auch bis zu io°/ 0 Zucker, ja inseltenen Fällen bis 2 5°/ 0 gefunden worden, so dassdie 24-stündige Menge 200 bis 300 g Zucker in 2 bis5 1 täglichen Harns nur selten überschritten wird. Findensich also über io°/ 0 Zuckergehalt, so darf dies schonVerdacht erregen, zumal wenn die Ernährung dabei nichtaugenfällig leidet. Wenn der Betrüger den Harn mitRohrzucker versetzt, so ist dies leicht dadurch zu ent-decken, dass die für Harnzucker gebräuchliche Reactionmittels Kali der Fehling'schen Bestimmung beim Rohr-zucker ausbleibt. Einem gewandten Spiegelfechter gegen-über, der den Harn mit Trauben-, Stärke- oder Krümel-Zucker versetzt, muss auf die Menge geachtet werden,da, wie erwähnt, durch die auf dem Polarisationsapparatehervorgerufene Ablenkung gewöhnlich weit mehr als io°/ 0Zucker angezeigt werden. Wenn Trauben- und Rohr-Zucker zugleich betrügerisch verwendet worden sind, soerhellt dies aus dem Missverhältnisse des chemischen undoptischen Untersuchungsergebnisses. Freilich ist zu be-denken, dass im Zuckerruhr - Harn wiederholt ein Körper