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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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15. Quantitative Bestimmung der Gesamtazidität, der freien und der gebun-denen Salzsäure, a. Quant. Bestimmung der Gesamtazidität. Es werdendabei bestimmt freie und von Eiweiß gebundene (s. unten) anorgan. und organ.Säuren, sowie saure Phosphate. 10 ccm filtrierter Magensaft werden mit einigenTropfen Phenolphtalein als Indikator versetzt und unter Umschwenken Zehntel-normallauge zugefügt, bis eben bleibende Eötung entsteht (Berechnung s. unten i.

b. Quant. Bestimmung der freien Salzsäure. 10 ccm nitrierterMagensaft werden mit Zehntelnormallauge versetzt und nach Zusatz von jedemccm ein Tropfen der Mischung mit 1 Tropfen Günzburgsehen Beagenz (S. 260),auf einer Porzellanfläche gemischt, bis keine Botfärbung mehr wahrnehmbar ist.Zur genauen Bestimmung setzt man hierauf zu weiteren 10 ccm Magensaft 1 ccmweniger Zchntelnormallauge zu, als bei dem ersten Versuch verbraucht wurdeund führt dann nach Zusatz jedes dritten Tropfens die Prüfung mit dem Giinz-bergschen Beagenz nochmals aus.

c. Quant. Bestimmung der freien und der (an Eiweiß) gebun-denen Salzsäure. 10 ccm filtrierter Magensaft werden mit 3 4 Tropfenalizarinsulfonsaurem Natrium (lproz. wässer. Lös.) als Indikator versetzt unddann mit so viel Zehntelnormallauge, bis die ursprünglich gelbe Flüssigkeit überBot in reines Violett umschlägt; der Alizarinindikator gibt alle in Betrachtkommenden Säuren, ausgenommen gebundene Salzsäure, an. Die nach a, b, cgefundenen Säuremengen werden auf 100 ccm Magensaft berechnet und für ain ccm Zehntelnormallauge angegeben, für die Salzsäure aber auf diese berechnet,indem jeder ccm Zehntelnormallauge 0,0036 HUI entspricht.

Beispiel. Bei Bestimmung der Gesamtazidität nach a wurden (auf 100 ccmMagensaft berechnet) 70 ccm Zehntelnormallauge verbraucht. Bei der Bestimmungnach c wurde die Gesamtazidität, außer derjenigen der gebundenen HCl erhaltenund dabei verbraucht (auf 100 ccm berechnet) 50 ccm, so daß die Menge dergebundenen HCl 70 50 = 20 ccm, also 0,072 Proz. HCl beträgt. Bei der Be-stimmung der freien HCl nach b wurden (für 100ccm berechnet) verbraucht 40ccm,so daß dieselbe 40 x 0,0036 = 0,144 Proz. beträgt, und die freie und gebundeneHCl 0,144 -f- 0,072 = 0,216 Proz. Die Azidität der anderen, sauer reagierendenStoffe beträgt demnach 70 (40 -j- 20) = 10 ccm Zehntelnormallauge.

E. Analyse pathologischer Flüssigkeiten.

1. Die Bestimmung des spez. Gew. erfolgt nach S. 23, die quant. Bestimmungdes Eiweifsgehaltes nach S. 231.

Transsudate haben nie über 2,5 Proz. Eiweiß; ihr spez. Gew. schwanktzwischen 1,0051,015; sie enthalten im Gegensatz zu den nachfolgenden Flüssig-keiten wenig Formelemente.

Exsudate haben stets über 2,5 Proz. Eiweiß; ihr spez. Gew. liegt stetsüber 1,018.

Ovarialcystenflüssigkeiten haben das spez. Gew. von 1,0051,050;charakt. ist die Anwesenheit von Pseudomucin.

Pankreascystenflüssigkeiten sind charakt. durch den Trypsingehaltder alkal. Flüssigkeit; zu dessen Nachweis mischt man mit Milch, läßt mehrereStunden bei 3540° stehen, sättigt mit Ammöniumsulfat und prüft das Filtratmit Pepton.