Druckschrift 
Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
Entstehung
Seite
258
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

258

wie die des Oxyhämoglobins; auf Zusatz von Stokesscher Lös. werden dieselbenaber nicht verändert.

5., 6. Methämoglobin. Mau versetzt die Lös. 2 mit einigen Tropfenfrisch bereiteter Kaliumferricyanidlös., wodurch sie braun wird und einenAbsorptionsstreifen zwischen C und D in Eot und (wenn nicht zu verdünnt)zwei dem Oxyhämoglobin ähnliche Streifen zwischen D und E zeigt; setztman nun einige Tropfen Schwefelammonium zu und schüttelt nach einigen Min.wiederholt mit Luft, so tritt wieder das Spektrum des Oxyhämoglobin auf.

7., 8. Hämatin. Man verdünnt 5 ccm Blut mit 25 ccm Wasser, setzt810 Tropfen Alkalilauge zu und erhitzt, wobei die Lös. braungrün wird; dasSpektrum ist absorbiert, bis auf einen Teil des Eot; durch Änderung der Kon-zentration des verdünnten Blutes kann man das Absorptionsspektrum mit einemundeutlich begrenzten Streifen zwischen C und D bekommen.

9. Hämo ehr omo gen. Versetzt man die Lös. 7., 8. mit einigen TropfenSchwefelammonium oder Stokesscher Lös., so treten zwei gut begrenzte Absorp-tionsstreifen zwischen D und Eb.

10., 11. Hämatoporphyrin. Man versetzt 810 ccm konz. Schwefelsäureunter gutem Umschütteln mit 5 Tropfen Blut. Die Lös. zeigt 2 Absorptions-streifen, einen links, einen rechts von D; letzterer ist wenig intensiv auf derSeite gegen D, tiefschwarz auf der Seite gegen E.

C. Analyse der Galle und Gallenkonkremente.

l. Cholesterin und Gallensäuren. Der größte Teil einerKindsgalle wird mit J / 4 Vol. gepulverter Knochenkulile (zum Bindender Farbstoffe) im Wasserbade zur Trockne verdampft, dann mit heißem,absolutem Alkohol und hierauf mit warmem Äther ausgezogen.

Das Alkoholextrakt wird auf die Hälfte verdampft, hieraufmit dem Ätherextrakt gemischt und die Mischung einige Tage ineinem verschlossenen Gefäße der Ruhe überlassen, worauf man denentstandenen Niederschlag von dem löslichen Teile trennt.

Die alkoholisch-ätherische [ Der Niederschlag bestehtLös. wird auf ein kleines Vol. | aus Kristallen der gallensauren

Salze, d. h. der Natriumsalze derGlykochol- und Taurocholsäure.

abgedampft, worauf sich beim Er-kalten Cholesterin in Kristallenen(S. 253) abscheidet.

Reaktionen des Cholesterins, a. Löst man einige Kriställchenin 810 Tropfen Chloroform und schichtet die Lös. auf konz. Schwefel-säure, so färbt sich die Berührungszone feurigrot bis purpurfarben.

Schüttelt man nun gut, so nimmt die Schwefelsäure grüne Fluoreszenz an.Gießt man die Chloroformlös. in ein feuchtes Keagenzglas, so wird sie farblos,und auf Zusatz von konz. Schwefelsäure tritt die Färbung wieder ein.

b. Löst man einige Kriställchen durch Erhitzen mit Essigsäure-anhydrid und setzt nach dem Erkalten etwa gleichviel konz. Schwefel-säure zu, so färbt sich die Mischung schnell rosa, rot, blau und zu-letzt blaugrün, bei Spuren sofort grün.

1