Druckschrift 
Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
Entstehung
Seite
236
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

236

steinstücke enthält und dessen Ausströmungsrohr mit einer aus zusammen-gerolltem Platinblech hergestellten Köhre versehen ist (da sonst die Alkaliflammedes Glases die Grünfärbung verdeckt); denselben beschickt man mit Zink undverd. Schwefelsäure, setzt, nachdem die Luft ausgetrieben ist, das Destillathinzu und zündet das ausströmende Gas nun an; hält man jetzt in die Flamme(am besten im Dunkeln) einen Porzellandeckel, so breitet sich dieselbe baldmit einer grünen Fläche aus.

Den Eückstand der Destillation gibt man gleichfalls in einen solchenApparat, kann aber hier nicht sofort die Flammenprüfung machen, sondernmuß das sich entwickelnde Gas erst in Silbernitratlösung leiten, worauf derPhosphor als schwarzes Phosphorsilber gefällt wird; der erhaltene Phosphor-silberniederschlag wird hierauf wie oben zur Flammenreaktion verwendet.

2. Prüfung auf Blausäure. Man prüft einen Teil des Destillatesmit Ferro- und Ferrisalzlös. nach S. 85,3., einen Teil mit Schwefel-ammonium nach S. 85,4.

Nachweis der Blausäure bei Anwesenheit von Ferro- und Kerri-cyaniden s. S. 234,2. Merkuricyanid entwickelt bei der Destillation mit Wein-säure nur dann Blausäure, wenn es in größerer Menge vorhanden ist; um kleineMengen zu finden, verfährt man nach S. 234,3.

3. Prüfung auf Bittermandelöl. Dasselbe liefert bei der Destillation Blau-säure und Benzaldehyd; letzterer trübt das Destillat und gibt sich meist durchden Geruch zu erkennen; man schüttelt das Destillat mit Äther, läßt die äther.Lösung verdunsten und prüft den Bückstand auf Benzaldehyd nach S. 190,4,6.

4. Prüfung auf Nitrobenzol. Dasselbe sinkt, wenn in größerer Menge vor-handen, im Destillate in öligen Tropfen zu Boden, welche ähnlich dem Benzal-dehyd riechen und wie dieser durch Schütteln mit Äther getrennt und nachS. 177,3 geprüft werden.

5. Prüfung auf Chloroform. Dasselbe scheidet sich, wenn in größerer Mengevorhanden, in farblosen Tropfen von charakt. Gerüche ab. Man prüft daswasserige Destillat, event. die abgeschiedenen Tropfen, nach S» 176,6.

6. Prüfung auf Chloral. Das Destillat entwickelt erst nach dem Erwärmenmit Alkalilauge den Geruch nach Chloroform. Man prüft das Destillat ferner-hin mit Ammoniumsulfid nach S. 190,a.

7. Prüfung auf Jodoform. Das Destillat riecht nach Jodoform; man schütteltdasselbe mit Äther aus, verdampft den Auszug, löst den Rückstand in Alkoholund prüft die Lösung nach S. 176,2,3.

8. Prüfung auf Phenol, Kresole, Kreosot. Das Destillat riecht charakt. und istbei größeren Mengen trübe; man schüttelt es mit Äther aus und prüft dessenVerdampfungsrückstand nach S. 181,2,3,4.

9. Prüfung auf Alkohol und Aceton. Man prüft das Destillat nach S. 179 u. 191.

10. Prüfung auf Anilin. Man prüft das Destillat nach S. 215,5,6.

11. Prüfung auf Schwefelkohlenstoff, a. Man versetzt das Destillat mit einigenTropfen Bleiacetatlös., wodurch weder Fällung noch Färbung entsteht (Unter-schied von H 2 S); setzt man nun überschüssige Alkalilauge zu und kocht auf,so fällt schwarzes Bleisulfid.

b. Man versetzt das Destillat mit gleichviel XII., und '/a Vol. Weingeist,kocht einige Minuten, dampft dann mit dem Wasserbade auf einige ccni einund säuert mit verd. HCl an, worauf ein Tropfen Ferrichloridlös. blutrote Fär-bung erzeugt (Bildung von Sulfocyanammonium, S. 67,3.).