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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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Eiweißstoffe.

1. Eiweißstoffc nennt man eine Reihe von Stoffen, welche inallen Pflanzen und 'Pieren vorkommen, annähernd gleiche Zusammen-setzung aus 50 55 Proz. C, 6,5 7,5 Proz. H, 15 18 Proz. N,1 2 Proz. S, 20 25 Proz. O besitzen und jjroße Übereinstimmungbei einer Anzahl von Reaktionen zeigen, sowie in bezug auf die beitiefgehenden ehem. Eingriffen auftretenden Spaltungsprodukte.

Sie kommen entweder gelöst vor oder in halbweichem Zustande alsorganisierte Gewebe oder als amorphe Gerinnsel in Flüssigkeiten.

Im festen Zustande sind sie weiße, flockige oder klumpige, getrocknetgelbe, durchseheinende hornartige .Massen; sie lösen sich in Alkali-lauge zu Alkalialbuminaten, in konz. Mineralsäuren zu Acidalbuminen,unter teilweise!' Zersetzung; in Äther, Chloroform, Benzol, Schwefel-kohlenstoff sind sie unlöslich, in Weingeist sind nur die Eiweißstoffedes Klebers löslich.

2. a. Die Albumine sind löslich in Wasser, nicht fällbar durch Sättigender Lös. mit MgSC\, fällbar durch Erhitzen dieser neutralen oder mit Essig->äure neutralisierten Lös.; die Fällung ist in überschüssiger Essigsäure löslich.

b. Die Globuline sind unlöslich in Wasser, löslich in verd. Lös. vonMgS0 4 oder NaCl, fällbar durch Erhitzen dieser neutralen oder mit Essigsäureneutralisierten Lös. oder durch Sättigen der Lös. mit MgS0 4 ; die Fällung istin überschüssiger Essigsäure löslich.

c. Die Nukleoproteide, Glykoproteide und Mucine (s. S. 229,17)sind unlöslich in Wasser, löslich, infolge ihres Säurecharakters, in sehr verd.Alkalilauge, fällbar aus ihren Lös. durch Essigsäure, sowie durch Sättigen mitMgSü 4 , nicht aber durch Erhitzen; die Fällung ist unlöslich in überschüssigerFssigsäure (Trennungsmethode von den anderen Eiweißstoffen).

d. Die Chromoproteide (Blutfarbstoffe, s. S. 225) sind löslich in Wasser,aus der Lösung fällbar durch Erhitzen, nicht fällbar durch Essigsäure oderSättigen mit MgS0 4 .

e. Die Albumosen, die Zwischenprodukte der Eiweißverdauung, sindlöslich in Wasser (außer Heteroalbumose), löslich in verd. Lös. von MgS0 4 oderNaCl, nicht fällbar aus diesen Lös. beim Erhitzen (Trennungsmethode von denAlbuminen und Globulinen) oder durch überschüssige Essigsäure (Trennungs-methode von den Murinen-, Nukleo- und Glykoproteiden), fällbar durch Sättigenmit MgS0 4 (außer Deuteroalbumose).

Einer ges. Lös. von MgS0 4 ist eine halbges. Lös. von (NJELJ^SO« gleichwertig.

f. Die Peptone, die Endprodukte der Eiweißverdauung, sind lösl. in Wasser,in verd. und gesättigten Lös. von MgS<) ( u. NaCl, nicht fällbar heim Erhitzendieser Lös. oder beim Sättigen derselben mit Ammoniumsulfat (Trennungs-methode von den anderen Eiweißstoffen), ferner werden Peptone vonkeinem anderen Eiweißfällungsmittel, außer von Gerbsäure undPhosphorwolframsäure, gefällt.

Zu den nachstehenden Reaktionen, welche auch dieEnzyme und verschiedene Albuminoide geben, dient einefiltrierte wässerige Lös. von gepulvertem Eiereiweiß, Albumen Ovi der

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