Verbindungen des Chlors mit Wasserstoff und Metallen das ChlorionCl' durch alle gelösten Verbindungen, welche das Silberion A»' ent-halten; alle gelösten Verbindungen, welche das Ion S0 4 " enthaltenlassen sich durch gelöste Verbindungen nachweisen, welche das IonBa enthalten und umgekehrt.
Hingegen fällt das Ion Ag" nichts aus Lösungen der Chlorsäureund deren Salzen, da diese keine Cl'-, sondern C10 g '-Ionen enthalten,ebenso nichts aus Trichloressigsäurelösung, C 2 HC1 3 0 2 , da diese dasIon C 2 Cl g 0 2 ' enthält. Das Ion Cl' fällt nichts aus der wässerigenLösung der Silbersalze in Cyankalium, weil sich in dieser Lösung dieBestandteile des Salzes KAg(CN) 2 befinden und zwar als die IonenK' und Ag(CN) 2 ', und letzteres Ion andere Reaktionen zeigt wie dasIon Ag' (s. komplexe Salze, S. 11).
Der Vorgang der Spaltung der Elektrolyte in ihre Ionendurch den Lösungsvorgang heißt elektrolytische Dissoziation;dieselbe kann, wie jede andere Dissoziation wieder rückgängig ge-macht werden, wenn ihre Ursache, also das Lösungsmittel, entferntwird, weshalb beim Abdampfen der betreffenden Lösungen wieder dasundissoziierte Salz erhalten wird.
Zur Theorie der elektrolytischen Dissoziation ist man nicht durch das vor-erwähnte chemische Verhalten der Elektrolyte, sondern durch deren physi-kalisches Verhalten (Verhalten ihrer wässerigen Lösungen beim Durchgang deselektrischen Stromes, beim Abkühlen, beim Erhitzen, bei gewissen Diffusions-erscheinungen) gelangt.
Die Ursache, daß viele Stoffe, die als Atome bezw. Moleküle sichmit Wasser chemisch umsetzen, als Ionen dennoch in demselbenexistieren können, läßt sich durch die Annahme elektrisch geladenerIonen erklären; z. B. setzen sich Kaliumatome mit Wasser folgender-maßen um: K -f- HÖH = KOH -+- H; die elektropositiv geladenenKaliumionen verhalten sich hingegen gegen Wasser so lange indifferent,bis sie durch Abgabe ihrer positiven Elektrizität in unelektrischeKaliumatome übergegangen sind, weshalb z. B. bei der Elektrolysevon KCl an der Kathode auftretendes Kalium sich, infolge derAbgabe seiner elektrischen Ladung, sofort mit Wasser chemisch um-setzt; diese Annahme läßt sich z. B. auch dadurch beweisen, daßmit positiver Elektrizität geladenes Zink sich in verdünnter Salz-säure nicht löst, während das gewöhnliche, also nicht elektrischeZink sich löst.
Das elektronegativ geladene Ion Chlor ist ganz verschieden vondem freien, unelektrischen, gasförmigen Chlormolekül; ersteres hat imGegensatze zu letzterem weder Farbe noch Geruch, noch bleichendeEigenschaft; es kann wie alle Ionen nicht als Gas, sondern nur inLösungen bestehen.
Auch zusammengesetzte Ionen gibt es, welche dieselbe chemische