1222 Vitium. Grenat. Rosolsäure. Glycerin.
Man kann auch mit Barytnitrat die Schwefelsäure aus dem Weine fällen,den gelösten Barytsalzrest dann mittelst Ammoniumcarbonats beseitigen, das Fil-trat eindampfen, mit Salpetersäure ansäuern, weiter eindampfen, trocknen und inAsche verwandeln. Die Asche wird, war Bordeauxroth gegenwärtig, wiederumSchwefelsäure enthalten. C. Thomas giebt im Rep. de Ph. 38, S. 111 ein an-deres ähnliches Verfahren an.
Grenat, ein Pigment, welches bei der Darstellung des Fuchsins gewonnenwird, soll, wie Jousset de Beixesme (Rep. de Ph. 1879, S. 162; ph. Cen-tralh. 1879, S. 186) berichtet, zur Stärkung der Rothweinfarbe hauptsächlichbenutzt werden (vergl. Blanchakd's Weinfarbe). Grenat ist wie das Fuchsinein völlig unschuldiger Farbstoff, wie der genannte Chemiker durch Experimentan Thieren erkannt hat.
Rosolsiinre neben Fuchsin im Weine zu erkennen und zu bestimmen habenGuyot und Bidaux Studien angestellt (ehem. Centralbl. 1877, S. 71, ph. Cen-tralh. 1877, S. 114). Rosolsäure löst sich in Wasser mit einer zwiebelrothenFarbe und ertheilt dem Weine eine dem echten Bordeauxweine täuschend ähn-liche Färbung. Sie unterscheidet sich von dem Fuchsin dadurch, dass sie nichtwie dieses auf Zusatz von Ammoniak entfärbt, sondern dass sie dadurch rosa-roth gefärbt wird. Versetzt man den mit Rosolsäure gefärbten Wein mit Säure,so nimmt er eine gelbliche Färbung an. Durch Erhitzen des Weines mit Col-loxylin (Schiessbaumwolle) wird die Rosolsäure durch dieses fixirt, welches nachdem Waschen und Trocknen durch Ammoniak eine schön rosarothe Färbungannimmt. Eine alkalische Rosolsäurelösung giebt beim Schütteln mit Aether anletzteren nichts ab oder der Aether bleibt vollständig ungefärbt, auch nach Zu-satz von Essigsäure. Wird dagegen eine durch Säuren gelb gefärbte Rosolsäure-lösung mit Aether geschüttelt, so wird derselbe gelblich gefärbt und auf Zusatzeines Alkalis rosaroth. Mischt man eine Fuchsinlösung mit Essigsäure, so än-dert sich die rothe Farbe nicht; Aether damit geschüttelt wird violettroth; ver-setzt man ihn mit Ammoniak, so erhält man zwei Schichten, eine untere farblos 0und eine obere ätherische fuchsinrothe. Ueberschüssiges Ammoniak macht letz-tere Schicht farblos.
Wird eine Rosolsäurelösung in gleicher Weise behandelt, so erhält mannach dem Schütteln mit Ammoniak eine untere wässerige Schicht von rosarotherFärbung und eine obere ätherische vollkommen farblose Schicht. Rosolsäurewird also in ammoniakalischer Lösung von der ätherischen Schicht mit Rosa-färbung aufgenommen. Zur Scheidung beider Farbstoffe, der Rosolsäure und desFuchsins, bringt man sie in eine essigsaure Lösung. Schüttelt man diese mitAether, so nimmt letzterer beide Farbstoffe auf. Decanthirt man ihn von «erwässerigen Flüssigkeit, so giebt er mit Ammoniak eine sehr charakteristische Ke-action. Die fuchsinrothe Färbung des Aethers verschwindet und die Rosolsäuiegeht in die wässerige ammoniakalische Schicht über, so dass dann der Aetheifarblos und die ammoniakalische Flüssigkeit rosaroth gefärbt erscheint.
filyccrill. Ueber die Bestimmung des Glycerins vergl. man Handb. «> •247 und 1260, sowie oben S. 1212 sub II und S. 1214 sub VI.
Die sehr umständliche Bestimmung nach Raynaud ist im Auszuge in aeChemiker Ztg. 1880, S. 276 angegeben. _
Macagno bestimmt das Glycerin im Weine in folgender Weise: 1 Liter weiwird mit einem Ueberschuss frischgefälltem Blcihydroxyd versetzt und im Wasse^bade eingetrocknet. Der Rückstand wird mit absolutem Weingeist extrahirt un ^der weingeistige Auszug, durch Hindurchleiten von Kohlensäure vom Blei e-freit, filtrirt und eingedampft. Als Rückstand soll reines Glycerin verbleiben.