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Kalium cyanatum.
Bäure. Dieses Aufbrausen soll nur ein massiges sein. Setzt man nun zu einemTheil der Flüssigkeit einen Tropfen Ferrichlorid, so erfolgt eine blaue Färbungbei Gegenwart von Ferrocyanid, bei Gegenwart eines Sulfocyanids oderKhodanids aber eine rothe Färbung. Chlorid fehlt selten. Wäre seine Be-stimmung gefordert, so wird die Lösung des Kaliumcyanids mit Natriumacctatund überschüssiger Essigsäure versetzt, mit Silbernitrat gefällt und der Nieder-schlag mit löproc. Salpetersäure von 40—50° C. behandelt, welche das Siber-cyanid löst, das Silberchlorid ungelöst zurücklässt.
Zur Bestimmung des Kaliumcarbonats und der in verdünntem Weingeistunlöslichen Substanzen, der sogenannten groben Verunreinigungen, zerreibt man5g des Kaliumcyanids, übergiesst sie mit 58g oder 65 CC. verdünntem Wein-geist (69proc). Das Kaliumcyanid löst sich darin bei einer Wärme von 25 hi s30° C. und die Carbonate, Sulfate, Ferrocyanide, Cyanate bleiben ungelöst undsammeln sich am Grunde der Flüssigkeit. Man decanthirt den Weingeist, wäschtden Rückstand durch Aufgiessen und Decanthiren mit 90proc. Weingeist ab undtrocknet ihn in der Wärme des Wasserbades. Das Gewicht entspricht ziemlich ge-nau der Menge grober Verunreinigungen incl. Feuchtigkeit, welche im geschmol-zenen und einige Zeit gelagertem Kaliumcyanid vertreten ist.
Das als Arzneisubstanz verwendbare Kaliumcyanid muss sich in der zwölf"fachen Menge 69proc. Weingeistes lösen. Diese Lösung kann trübe erscheinen?darf aber im Verlaufe einer Viertelstunde keinen Bodensatz oder eine trübeFlüssigkeitsschicht absondern.
Als Gegengift hat man Kupfervitriol, welcher zugleich als Emetieum■wirkt, empfohlen. Die Wirkung und der Tod werden wohl meist eher eintreten,als die Anwendung des Antidots möglich ist. Dass übrigens Fälle vorkommen?wo die Wirkung einer starken tödtlichen Gabe über eine Viertelstunde, ja bis z°einer halben Stunde ausbleiben kann, ergiebt folgender Fall. Von einer Da mewurde Hager ein Schosshund zugeführt, um denselben mit Kaliumcyanid zUvergiften. Hager löste 2 g in 15 — 20 g Wasser und goss die Lösung ueI "jHunde in den Rachen. Das höchstens 3 kg schwere Thier lief nun schnüffelnim Zimmer herum, erbrach nach einer Viertelstunde eine weisse breiige Masse»lief darauf weiter herum und verendete nicht. # Es stellte sich heraus, dass dlHerrin dem Hunde, um demselben noch einen Genuss darzubieten, eine Port 10saurer Milch vorgesetzt hatte. Es können also Fälle eintreten, wo tödtliche Gabdes Giftes vom Mageninhalte eingehüllt und dann ausgebrochen ohne allen ^ aC .theil bleiben. Cuprum sulfuricum crystallisatum ist in allen Fällen in einer Do*von mindestens 1 g das sicherste Gegenmittel. Es muss der Arzt natürlich elsolche Dosis bei sich tragen, um davon sofort Gebrauch machen zu können.
Als Gegengift hat man auch eine Mischung aus 7 Th. Eisenvitriol nn ^.Th. gebrannter Magnesia mit Wasser empfohlen, oder eine Mischung aus 2 'Ferrolactat, 1 Th. Ferricitrat und 6 Th. Zucker. Die Beschaffung dieser Mi«ist immer eine zeitraubende und darin liegt ihre Unbrauchbarkeit, währendPulver zerriebener Kupfervitriol vom Arzte bei sich geführt und auch in allen »deren Vergiftungsfällen verwendet werden kann. v
Gilubkand beseitigte (The Lancet 1876, S. 223) in 48 Stunden eine ve^giftung durch Magenpumpe, Galvanismus, Aetzammon, künstliche Respira«nach ausgeführter Tracheotomie etc. , eg
Andere Aerzte wenden subcutane Injectionen mit Aether oder Lösungen ^Kamphers in Aether, kalte Wasser-Uebergiessungen, dann folgendes Einhüllenwollene Decken etc. als Gegenmittel aft. ^
Dass das Arbeiten mit Kaliumcyanid und dessen Lösungen Intoxic atl ° lehervorrufen, welche selbst mit dem Tode endigen, hat die Erfahrung mehrere