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Erg.-Bd. (1884)
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370
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Coto. Para-Coto-Rinde.

im Gewichte von 800900 Th. wird beiseite gestellt. Die Rinde wird nun mit2000 Th. 60 proc. Weingeist übergössen, 2 Tage digerirt, dann nach dem Er-kalten ausgepresst, die filtrirte Colatur soweit bei gelinder Wärme eingedampft,dass der Verdampfungsrückstand mit der zuerst gewonnenen Colatur gemischt1000 Th. ausfüllt. Nach der Mischung setzt man die Flüssigkeit einige Tagebeiseite und filtrirt. Das Filtrat ist am schattigen Orte aufzubewahren. Es be-lästigt die Verdauung im geringeren Grade als das Pulver der Rinde. Gabe0,20,30,4 drei- bis vierstündlich. Das Extract zählt zu den stark wirken-den Arzneikörpern.

Dieses Extract scheint sehr vereinzelt in den Gebrauch gekommen zu sein,insofern die Angabe seiner Darstellungsweise nur von einer Seite eingefordertwurde.

f Tinctura Cotonis, Tinctnra Coto, Cototinctnr, Kototropfen. 1 Th. der grobge-pulverten Rinde wird mit 9 Th. verdünntem Weingeist 4 Tage digerirt, dann4 Tage macerirt, ausgepresst und zwei Tage später filtrirt. Das grelle Tages-licht ist abzuhalten. Der Geschmack der Tinctur ist brennend und scharf (vergl-oben). Die Gabe ist 1015 Tropfen (0,60,8) drei- bis viermal täglich mitWein, Bier. Diese Tinctur reiht sich den stark wirkenden Arzneikörpern an.

Wie Jobst berichtet, kommt die Coto'in liefernde Rinde jetzt nicht mehr inden Handel. Die jetzt für Coto gelieferte Rinde benennt Jobst Para-Coto-Rinde-

I. Para-Coto-Rinde (Cortex Coto falsus). Die in Stelle der Cotorinde heutige»Tages aus Bolivien nach Europa kommende Rinde soll an den Ufern des Mapi* 1(eines Flusses Boliviens) gesammelt werden. Sie bildet 1070 Ctm. lange, 3'Ctm. breite, 1,21,8 Ctm. dicke Stücke. Aeusserlich gleicht sie der Cotorinoe»auch auf dem Bruche, doch soll sie öfter mit einer weisslichen tief längsfurckig enund querrissigen Borke bedeckt sein. Der Geruch ist bedeutend angenehme^schwächer und an Muskatnuss erinnernd, der Geschmack schwach brennend-Auch die Verpackung soll mit derjenigen der Cotorinde übereinstimmen. Wam'scheinlich entstammt sie einer Nectandra-krt.

Bestandteile. Jobst fand auch in dieser als Paracotorinde unterschiedene 11Waare Piperonylsäure, aber von dem Coto'in und Dicoto'in abweichende Sto» e >wie Paracotoi'n, Hydrocoton, Dibenzoylhydroeoton, Leucotin»Oxyleucotin, ferner flüchtiges Oel, Weichharze und eine sehr geringe Mengeisengrünender Gerbsäure.

Extractum Paracotonis corticis, Tinctura Paracotonis werden ähnlich wie d' 0bezüglichen Präparate aus Cortex Cotonis bereitet und auch ähnlich aufbewan 1 '

Dispensirt wird für Cotorinde und ihr entstammende Präparate auchParacotorinde und die aus derselben gewonnenen Präparate, je nachdem m»eines oder das andere vorräthig hat, doch erfordert es die Ordnung, dem -^ lZdavon Mittheilung zu machen mit der Bemerkung, dass die Paracotorinde voder Cotorinde verschieden ist und eine etwas mildere Wirkung haben soll. " e . p i( jdie Zufuhr der Cotorinde wieder stattfindet, was ja möglich werden kann, * irauch eine scharfe Unterscheidung beider Rinden Platz greifen.

Wirkung und Anwendung der Paracotorinde. Die Wirkung entsprach nie*den Erwartungen, welche auf der Achnlichkeit der Namen der beiden unter sieverschiedenen Rindenarten basirten. Die Berichte wiedersprachen sich s0 | a ,'denn wahrscheinlich hatte der eine Arzt die Tinctur aus einer Rinde angewende^jwelche wieder eine neue Paracotorinde war. Desshalb liess man die R' nfallen und nahm zu den daraus gesonderten Stoffen, dem Coto'in und Paracotoi tzwei unter sich sehr verschiedenen Substanzen, die Zuflucht.