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Erg.-Bd. (1884)
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Coniinum. Septicin. Ptomain.

Wenn man die bisher gesammelten Erfahrungen mit einander vergleicht, soergiebt sich mit aller Bestimmtheit, dass im Verlaufe der Fäulniss der Eiweiss-und Prote'instoffe, so wohl pflanzlichen wie thierischen Herkommens, besondersaber bei Fäulniss des Muskelfleiches alkalo'idische Körper verschiedener Art ent-stehen, welche sich dadurch kenntlich machen, dass ihnen eine starke desoxy-.dirende Kraft inne wohnt und sie diese auf Hypermanganat, Jodsäure, Salze deredlen Metalle etc. zu erkennen geben. Diese alkalo'idischen Körper als Fäulniss-producte sind krystallisirende oder nicht krystallisirende, flüchtige oder nichtflüchtige, in Aether lösliche oder darin nicht lösliche. In Aether nicht löslicheerweisen sich in Amylalkohol löslich, doch auch sind einige dieser Septicineweder in Aether noch in Amylalkohol löslich. Gegen die Alkaloidreagentien ver-halten sie sich nicht immer gleich, einige geben mit diesem oder jenem Reagenskeinen oder einen anders gefärbten Niederschlag. Sie geben mit Schwefelsäure etc.farbige oder keine farbige Reactionen. Einige geben z. B. eine violette Färbungmit massig concentrirter Schwefelsäure; eine mehr oder weniger rothe Färbungmit Schwefelsäure und Bromwasser, welche Färbung nach einiger Zeit verschwin-det; mit Salpetersäure bei schwacher Erwärmung und Zufugung von Kali einegoldgelbe Färbung; mit Jodsäure unter Beihilfe von Schwefelsäure und Natriunibi-carbonat eine mehr oder weniger violette Färbung.

Am Allgemeinen scheinen diese Alkalo'ide mit der Luft in Berührung einerOxydation zu unterliegen, denn sie färben sich nach und nach braun, auch derGeruch variirt ungemein. Ein Coniingeruch ist auch beobachtet worden. DerGeschmack ist gemeinlich scharf und bitter. Einige der Alkalo'ide sind starkeGifte, andere nicht. 8ELMI hat eines der Leichenalkaloide angetroffen, welchessich chemisch und physiologisch dem Coniin gleich erwies. Aus Eieralburnin*welches unter Luftabschluss faulte, schied er sowohl eine flüchtige wie nie' 1 ''flüchtige Base ab. Letztere zeigte in ihren physiologischen Wirkungen Aeknlic} 1 'keit mit Curare. Das von Zuelzeb und Sonnenschein dargestellte Septich 1glich physiologisch dem Atropin.

Durch die Constatirung der Existenz von Fäulnissalkalo'iden verschiedenerBeschaffenheit und verschiedener Wirkung, entstanden aus Eiweisskörpern, Fleischund anderen thierischen Substanzen im Verlaufe der fauligen Zersetzung, wird i' nSeine Erklärung von der Existenz des Käsegiftes und Wurstgiftes. Es werde»solche Alkalo'ide in jedem alten und fauligen Käse, in jeder alten und der Fä» 1 'niss ausgesetzten Wurst vorhanden sein, einmal in der Gestalt des giftigen, 6inanderes Mal in der Gestalt des nicht giftigen Fäulnissalkalo'ids. Zwischen beide»existiren noch Uebergangsstufen. Es ist nur noch zu erforschen, unter welcheBedingungen die giftigen und unter welchen die nicht giftigen entstehen. "*Maisgift (Ergänzungsheft S. 88) gehört gleichfalls zu den Septicinen. Die Bil-dung der giftigen Alkalo'ide scheint durch Abschluss des Luftsauerstoffs besondersunterstützt zu werden.

Bei Untersuchungen auf giftige Alkalo'ide in Leichentheilen ist alle Vorsichtnöthig, um nicht zu falschen Resultaten zu gelangen. Wo solche Untersuchung 611in Aussicht stehen, sind besonders die zu untersuchenden Theile des menschlich 611Körpers durch Besprengen mit einem Gemisch aus gleichen Theilen Aethei»Chloroform und Amylalkohol oder auch mit Schwefelkohlenstoff und dichtes Ei»'schliessen in Glasgefässe vor Fäulniss zu schützen.

Ein sehr schönes Elaborat über die Fäulnissalkalo'ide findet man im Archivder Pharm. 1880, Bd. 13. S. 169 von Tu. Husemann.

Eine Verwendung des Septicins zum Tödten der Menschen erwähnt TapW(New. Rem. 1879), wonach die Narrinjeris, die Bewohner des unteren Murray l0