8
Acidum boricum.
weniger dem Borax. P. zieht hieraus den Schluss, dass die Borsäure und Boraxals Conservirungsmittel des Fleisches nicht ohne Einfluss auf die Gesundheit der-jenigen, welche damit conservirtes Fleisch geniessen, sein dürfte. Es müsse sol-ches Fleisch daher vor dem Genüsse durch Einwässern und Abwaschen sorgsamgereinigt werden. Dagegen hat G. Pom durch Versuch constatirt, dass die Bor-säure selbst längere Zeit mit den Nahrungsmitteln genossen, ohne allen Nachtheilauf die Gesundheit ist. Auch Polli bestätigt die ausserordentliche antizymotischeund antiseptische Wirkung der Borsäure.
P^ligot's Versuche ergeben die vortreffliche deletere Wirkung der Bor-säure auf den Hausschwamm (Merulius lacrymans Schum., M. destruens PER8.).Vergl. unten: Holzlack gegen Hausschwamm.
Es ist nicht zu übersehen, dass Mischungen von Borsäure (oder Borax)mit Salicylsäure (oder Salicylaten) einen sehr bitteren Geschmack haben,obgleich jede für sich auch nicht im mindesten bitter sind. Wegen dieses Um-standes lassen sich beide zugleich behufs Conservirung der Nahrungsmittel nichtanwenden, dagegen aber als ein sicheres Conservirungsmittel der Gewebe, Pelze,Haare etc. und zwar als Schutz gegen Motten, Wanzen, Läuse und anderes Un-geziefer (Hager).
Lintenm boricatum, Bor 1 int, Sagena boricata, Borwatte, sind Leinen oderWatte (Baumwollenwatte) mit Borsäurelösung getränkt. Letztere wird nach ihremGehalt bestimmt und Borwatte und Borlint mit 10—15—20procentig bezeichnet.Die Lösung wird hergestellt:
Vf Acidi boracici 10,0—15,0—20,0.Solve in
Aquae destill, calidae 90,0—85,0—80,0.
Diese Lösung oder nach dem Erkalten mit Krystallen durchsetzte Mischung wirdvor der Anwendung auf circa 50° C. erwärmt, bei welcher Wärme wiederumLösung eintritt. Das durchtränkte, noch circa 40° C. warme Gewebe wird so-fort als Verband aufgelegt oder es wird an einem lauwarmen Orte getrocknetund vor Staub geschützt für den Gebrauch aufbewahrt.
liintcum plicnolo-boricatum, Borphenollint, Sagena plienolo-boricata, Borphenol-watte, werden wie die vorhergehenden Verbandstoffe hergestellt undwendet. Die Lösung zur Tränkung der Faser wird nach folgendem Verhältnis«dargestellt:
IV: Acidi borici 5,0 (—10,0)Acidi carbollci puri 2,0.
Solve in
Aquae dest calidae ]oo,0(Spiritus Vini 5,0).
1) Spiritus boricus
J. Neumann.
ff Acidi borici 2,0.Solve in
Glycerinae 10,0
Spiritus Vini diluti 50,0.Tum adde
Olei Oaryophylloi um guttas 5.D. S. Zum Bereiben der kranken Haut-stellen (bei Pityriasis versicolor, Herpestonsurans, Urticaria, Pruritus der Haut,Ekzemen etc.).
(2) Unguentum Acidi borici
LlSTEH (et NUSSBAUM).
vjc Acidi borici subtilissime pulverati
Cerae albae ana 10,0
Olei Amygdalarum
Paraffin! ana 20,0.M. ut fiat unguentum.
Vergl. auch Ungt. vulncrar. Listfr,Bd. II, 8. 634, und Ungt. Acidi boriciCredb, Bd. II, S. 1351.