— 672 —
Siedepunkt 228° bis 230°. In Wasser sinkt Thymol unter; ge-schmolzenes Thymol schwimmt dagegen auf dem Wasser.Thymol löst sich in weniger als 1 Teile Weingeist, Äther,Chloroform, sowie in 2 Teilen Natronlauge und in etwa 1100Teilen Wasser. Mit Wasserdämpfen ist Thymol leicht flüchtig.
In 4 Teilen Schwefelsäure löst sich Thymol bei gewöhn-licher Temperatur mit gelblicher, beim gelinden Erwärmen mitschön rosenroter Farbe. Giesst man die Lösung in 10 Raum-teile Wasser und lässt die Mischung bei 35° bis 40° mit einerüberschüssigen Menge Bleiweiss unter wiederholtem Umschüttelnstehen und filtriert sie, so soll ein Filtrat entstehen, welchessich auf Zusatz einer geringen Menge Eisenchloridlösung schönviolett färbt. Die Lösung eines Kryställchens Thymol in 1 comEssigsäure wird, auf Zusatz von 6 Tropfen Schwefelsäure und1 Tropfen Salpetersäure, schön blaugrün gefärbt. In einerwässerigen Thymollösung wird durch Bromwasser eine milchigeTrübung, jedoch nicht ein krystallinischer Niederschlag hervor-gerufen.
Die Lösung des Thymols in Wasser soll neutral sein unddurch Eisenchloridlösung nicht violett gefärbt werden.
0,1 g Thymol soll sich beim Erhitzen im Wasserbade, ohneeinen wägbaren Rückstand zu hinterlassen, verflüchtigen.
Acidum thymiciim (thymoliciiin). Thymiansäure. Thymian-kampfer. — Thymolc. — Thymol.
Gewinnung: Fabrikmässig aus dem ätherischen Öle von Thymusvulgaris, Monarda punctata und Ptychotis Ajowan durch Schütteln miterwärmter Natronlauge von 1,33 spez. Gew. , Verdünnen mit heissemWasser, Trennung des aufschwimmenden Kohlenwasserstoffs, Zerlegung desThvmolnatriums mittels Salzsäure und Rektifikation des als Olschicht ab-geschiedenen Thymols, worauf man dem Destillat einen Thymolkrystallzusetzt und an einem kühlen Orte krystallisieren lässt.
Zu den Eigenschaften: Ein Ktearnpten mit dem spez. Gew. 1,028, inchemischer Beziehung zur Phenolgruppe zu rechnen, vom Phenol aberdurch den Mangel der Reaktion mit Eisenchlorid unterschieden; auch giebtseine wässerige Lösung mit Brom nur eine milchige Trübung, keinenkrystallinisehen Niederschlag (wie das Phenol). Löst man etwas Thymolin Chloroform und Weingeist, lügt Kalilauge hinzu und erhitzt, so färbtsich die Probe rotviolett. In konz. Schwefelsäure löst sich das Thymolzu Thymolschwefelsäure, welche sieh beim Erwärmen rosenrot und derenwässerige Lösung (nach Entfernung der überschüssigen Schwefelsäuremittels Bleiweiss) sich mit Eisenchlorid violettblau färbt.
Formel: C, 0 H M O oder C fi H 3 CH 3 C 3 H 7 011, also Methyl-Xormalpropyl-phenol, = 150,14.
Prüfimg: Färbt sich die wässerige Lösung durch Eisenchlorid violett-blau, so enthält das Thymol Phenol (Karbolsäure). Keines Thymol be-Zitzt keine Reaktion auf Lackmus und verflüchtigt sich bei 100" in kurzerseit vollständig.
Aufbewahrung: In wohlverschlossenen Gefässen.