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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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bei längerem Sieden reduziert, das Wismutoxyd selbst dann nicht. Konz.Schwefelsäure nimmt den Milchzucker anfangs ohne Färbung auf - Unter-schied von Rohrzucker und färbt sieh erst nach 1 Stunde schwach-bräunlich, beim Erhitzen jedoch sofort.

Formel: C H H, 8 0 + Il,<> = 360,24.

Prüfung: 1. Zeigt der Milchzucker eine gelbliche Farbe, BäuerlichenGeschmack und schwach saure Keaktion auf Lackmuspapier, so ist er aussauren Molken gewonnen. 2. Die früheren Prüfungen auf Rohr-zucker (Schwärzung mit Schwefelsäure) und Trauben- bezw. Stärke -zucker (unter Umständen durch eintretende Rötung beim Erhitzen mitammoniakalischem Bleiessig) sind alle entbehrlich durch das Behandeln mitverdünntem "Weingeiste, von welchem 10 cem von reinem Milchzuckernicht mehr als höchstens 0,04 g aufnehmen, wenn jener genau das vomArzneibuch verlangte spez. Gewicht zeigt, während die anderen Zucker-arten massenhaft in Lösung gehen. Trübung des Auszugs durch absolutenAlkohol deutet auf Dextrin. 3. Ohne Rückstand verbrennlichsonst mineralische Beimischungen. (Gute Milchzucker gaben einen Asche-gehalt von etwa 0,10,2 Proz., was bei 0,2 g Material alsnicht wägbar"zu bezeichnen ist.)

Gebrauch: Als Zusatz für Pulver; im Handverkauf als Milchversüssungs-mittel für Säuglinge.

Sal Carolinum factitium. Künstliches Karlsbader Salz.

44 Teile getrocknetes Natriumsulfat...... 44

2 Teile Kaliumsulfat........... 2

18 Teile Natriumchlorid.......... 18

und 36 Teile Natriumbikarbonat......... 36

werden in mittelfein gepulvertem Zustande gemischt.

Künstliches Karlsbader Salz ist ein weisses, trockenes Pulver.

6 g des Salzes geben, in 1 Liter Wasser gelöst, ein demKarkbader ähnliches Wasser.

Sal thermarum Carolinaruni (s. Carolinen^) factitium (arteliciale).

Die lange Zeit befolgte Bereitungsweise des natürlichen Sprudelsalzesaus dem Wasser des Karlsbader Strudels lieferte nicht die sämtlichenwesentlichen Bestandteile des Sprudelwassers. Man dampfte nämlichletzteres einfach ab und liess in der V\ interkälte krystallisieren, wobeivon den Natriumsalzen vorzugsweise nur Sulfat auskrystallisierte, währenddas Chlorid und Karbonat nur in kleinen Mengen infolge anhaftenderMutterlauge dem Salze beigemengt waren, dessen säulenförmige, durch-sichtige Krystalle 56 Proz Krystallwasser enthielten Es wurde somiteine Zeit lang fast reines Glaubersalz zu hohen Preisen als natürlichesKarlsbader Salz in den Handel gebracht. Eine richtigere Darstellungs-weise des natürlichen Karlsbader Salzes befolgt man neuerdings nach denAngaben von Prof Ludwig. Man dampft das aufgekochte und filtrierteSprudelwasser zur Trockne ein und sättigt die gewonnene, etwa 0,5 Proz.des Wassers betragende, Monokarbonat enthaltende Salzmasse mit demaus der Sprudelqualle entweichenden Kohlensäuregag, wodurch das Mono-karbonat in Bikarbonat übergeführt wird. Für dieses als körniges weisses,in Wasser nahezu klar lösliches Pulver, unter dem Namen KarlsbaderQuellsalz in den Handel gebrachte Salz wird folgende prozentische Zu-