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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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ilie Füllvorrichtung bei Reite und von oben her kommt ein in das Loch genaupassender Stempel herab, die Pastille durch starken Druck fertigstellend.Die fertige Pastille wird schliesslich durch einen Hebel emporgehobenund durch die behufs neuer Füllung heranrückende FüllvorriC'htung beiSeite geschoben. Der Mechanismus der Maschinen ist derart eingerichtet,dass obige Leistungen durch ei ne Kurbeldrehung ausgehist werden, sodassnach jeder Drehung eine fertige Pastille von der Sohle herabrollt.

Als Vehikel für die Masse werden meist Stärke, Milchzucker undTalkum verwendet. (Rohrzucker würde Feuchtigkeit zu leicht, anziehen.)Hier und da wird statt des feinen Pulvers ein griesartiges Pulver ver-wendet; hierbei werden bei der Dosierung mancherlei Schwierigkeiten ver-mieden und die Pastillen fallen ebenfalls vorzüglich aus. Sehr leichtePulver, wie z. B. Chinin, fallen schlecht nach. Man verreibt deshalbChinin surf, mit etwa 8 Proz. Salzsäure und ebensoviel Spiritus undtrocknet bei sehr gelinder Wärme. Salicylsäure stösst man zweckmässigmit frisch bereitetem Kleister an, trocknet und verarbeitet das grob gries-artige Pulver.

Die Täfelchen werden in der Regel in der Weise hergestellt, dassman den Hauptstoff, welcher auch Süccus Liquiritiae sein kann, mit feinemZuckerpuh er mengt, mit Gummi oder Tragantschleim einen Teig bereitet,diesen zu dünnen Kuchen ausrollt und hieraus mit gerieften Walzen, Aus-stechformen oder Messern verschiedene, meist rautenförmig gestaltete, nurwenige Millimeter dicke Stücke schneidet, welchen man oft noch mittelseines Stempels nähere Angaben über Art und Menge der wesentlichen Be-standteile aufdrückt

Nachdem das bisherige Arzneibuch die Pastillen und Plätzehen vonden Zeltchen getrennt hatte, ist die letztere Bezeichnung auf jene Formbeschränkt gebliehen, welche man an den Wurmzeltchen zu sehen gewohntist, sowie auf diejenigen, welche durch Breitdrücken einer bildsamen Kugelmit Hilfe eines Stempels entstehen. Zucker und Stürkemehl mit oder ohneZusatz von (iummi und Tragant sind die gewöhnlichen Bindemittel. DurchWasserzusatz wird eine bildsame Masse hergestellt und diese auf einerPillenmaschine ausgerollt, worauf die einzelnen Teilstücke gerundet undnach dem Aufsetzen auf ein mit Stärkemehl oder einem anderen geeignetenPulver bestäubtes Blech breitgedrückt werden. Das Gewicht der einzelnenZeltchen wird hier 1 ij am besten nie überschreiten, vielfach erheblich dar-unter bleiben dürfen. Bei Chokoladezcltchen wird die Masse im erwärmtenMörser angestossen und die Abplattung der kleinen Kugeln nach vor-sichtigem Erwärmen durch Aufschlagen der Unterlage erreicht. BesonderenGlanz giebt man Chokoladepastillen durch Bestreichen mit Benzoetinktur.liier wie dort sind die zuzusetzenden Arzneistoffe mit einem wirkungslosenPulver (Zucker u. dgl.) innigst zu mischen, che sie der Hauptmasse beigemengtwerden. - Eine besondere Art bilden die bekannten schaumleiehten, kegel-förmigen Santoninzeltchen. Man mischt 250 Teile Zuckerpulver, 25 TeileStärkemehl und 1 Teil Tragantpulver zuerst für sich, dann mit 250Teilenzu dichtem Schaume geschlagenem Biweiss, dampft unter emsigem Rührenbei etwa 5060° ab, bis die Masse nicht mehr vom Spatel tlicsst, mischtein Gemenge aus 5 Teilen Santonin und 10 Teilen Zuckerpulver innighinzu und formt aus der in eine sogenannte Tortenspritze der Zuckerbäckergefüllten Masse durch allmähliches Ausdrücken auf eine Porzellanunterlagesoviel Zeltchen, dass jedes die verlangte Menge (0,025 g) Santonin eidhält.Wo thunlich, empfiehlt es sieh, eine die Art und Menge des wirkendenStoffes angebende Aufschrift durch Stempelung auf den einzelnen Zeltchenanzubringen.