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zum gleichen Zwecke mit Erfolg auch in Württemberg gebaut. Die un-reifen Kapseln werden, wenn sie zolllang geworden sind, der Quere nachangeritzt, der ausquellende, ursprünglich weisse, sich schnell färbende Milch-saft gesammelt, an der Luft getrocknet und zu Kuchen geknetet. Überden Bau der Kapseln und über das vielfach anastomisierende, vorwiegend imPhloemteil gelegene Netz der Milchröhren vergl. unter Fruct. Papaverisimmat. Die Bestreuung mit Rumexfrüchten erfolgt, um ein Zusammen-kleben der Kuchen zu verhüten.
Handelssorten: 1. Kleinasiatisches Opium, in 50 bis 750 ,</schweren, mehr Scheiben- als kugelförmigen Kuchen. Das meiste klein-asiatische Opium gelangt über Smyrna — daher Smyrnaer Opiumgenannt — zu uns, ein geringer Teil nimmt seinen Weg über Konstan-tinopel. Die innere Masse zeigt in der gelbbraunen, etwas weichen Grund-masse eine grössere Zahl von gleichfarbigen Körnchen, sog, Thränen— daher dieses Opium die Bezeichnung „Thränen-Opium" führt. Es istdie offizinelle Sorte im Gegensatze zu den folgenden: 2. EgyptischesOpium (0. thebaicum) in ähnlichen, flachen Kuchen, die ebenfalls inMohnblätter eingehüllt, aber niemals mit Rumex-Fi lichten bestreut sindund keine Thränen zeigen; eine geringerwertige Sorte, häutig mit Mehlu. dgl. verfälscht. Egypten führt .jetzt nur wenig Opium mehr aus. —3.Persisches Opium, alkaloidreich, in Kegeln, Stangen oder Ziegelsteinform,kommt weniger nach Europa.— 4. Ostindsiches Opium, morphinärmer,in Kugeln, wird ausschliesslich nach China verkauf! (Umtausch gegen Thee).
Bestandteile: Morphin (im Smyrnaer Opium zu 10—17 Proz. auf bei100° getrocknetes Opium berechnet; wegen der übrigen Sorten vergl. unterMorphinum hydrochlor.). Narkotin 4—8 Proz. Ferner in geringen Mengeneine grössere Anzahl von Alkalo'iden: Kodein '/ 2 —'/ g Proz., I'apaverinV 2 —1 Proz., Narcei'n 1/,— '/ 10 Proz., Thebain, Oxy d i m orp h i n , llvdro-cotarnin, Laudanin u. a.; diese AlkaloTde sind meist an Meconsäure(5—8Proz.) und an Schwefelsäure gebunden. Als indifferente Stoffe findensich weiterhin: Meconin, Wachs, Kautschuk, Harz, Gummi, Pektin, Ei-weisssubstanz, Sulfate von Kalium, Calcium, Magnesium. Die löslichenStoffe des Opiums betragen 55—60 Proz., der Aschengehalt (i—8 Proz.Im Opium fehlen durchweg Gerbstoff und Stärkemehl.
Die wichtigeren Alkaloi'de des Opiums lassen sich nach unserenjetzigen Kenntnissen in 2 Ilauptgruppen teilen und zwar:
O im ppe des Morphins.
Die chemische Konstitution des Morphins ist mich nicht bekannt.*) DieChemiker halten es •/.. Z. für einen Abkömmling des Plienantlirens O I4 H ]0 ,in welchem — ausser anderen Abweichungen je ein Wasserstoll'atom
durch ein Alkohol-IIydroxyi und ein l'henol-IIydroxyl ersetzt ist. Dasdritte Sauerstoffatom ist nicht in Gestalt einer Hydroxylgruppe vorhanden.Näheres über Morphin vergl. unter Morphinum hydrochJor
C„H, 7 N0!"H
IOH
O.CH,
C„H 17 NO{ 0
C f7 H.,N0
OCH,
Morphin (I [persisches] — 22 [deutsches] Proz.^
Codein = Methylmorphin (0,2 0.8 l'roz.)Thebain (0,2—0,5 l'roz.)
l7 n lS^"J0CH 3 (enthält im Kern weniger Wasserstoff.)
*) In dem während des Druckes erschienenen Werke von l'ictet-Wolffenstein „Die Pflanze na I kal nid e" sind für Morphin etc. wohlbegründete Strukturformeln angegeben. Diese Körper enthalten darnachausser dem Phenantrenkern den Oxazinring Morpholin.