Druckschrift 
Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
Entstehung
Seite
466
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

m

466

weder durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Baryum-nitratlösung, verdünnte Schwefelsäure oder, nach Zusatz vonAmmoniakflüssigkeit, durch Ammoniumoxalat- oder Natrium-phosphatlösung verändert werden.

20 ccm der wässerigen Lösung (1 = 20) sollen durch 0,5 ccmKaliumferrocyanidlösung nicht gebläut werden.

Natrum muriaticnm purum. Chlornatrium. Reines Koch-salz. Chlorure de sodium. Sei commun. Chloride of Sodium. Com-mon sali.

Darstellung: Durch Reinigung des gewöhnlichen Kochsalzes. Manlöst dasselbe in der dreifachen Wnssermenge, fällt das darin enthalteneMagnesium und Calcium durch etwas kohlensaures Natrium in der Siede-hitze aus, filtriert, sättigt das Filtrat genau mit Salzsäure und dampft ein,wobei das reine Natriumchlorid als Krystallmehl, bei grösserem Betriebein Form kleiner Würfel, gewonnen wird. Häufig genügt es, das fein-geriebene Kochsalz auf einem Trichter wiederholt mit kleinen Mengradestilliertem Wasser auszulaugen, bis das Ablaufende mit Natriumkarbonatkeine Trübung mehr erzeugt.

Zu den Eigenschaften: Das Natriumchlorid kennen wir als Kochsalz,Seesalz und Steinsalz. Letzteres ist, wenn farblos und durchsichtig,nahezu chemisch rein (so enthält das Steinsalz von Schwäbisch Hall nur0,02-0,55 Proz. Calciumsulfat und bis 0,52 Proz. Calciumkarbonat, dasBerchtesgadener Steinsalz nur 0,07 Proz. Magnesiumchlorid; das StassfurterSteinsalz 5 Proz. Magnesiumkarbonat und 0,23 Proz. Magnesiumsulfat.Das Seesalz enthält stets Magnesiumchlorid (0,241,15 Proz.), Magnesium-sulfat (0.351,75 Proz.), Calciumsulfat (1,20-1,50 Proz.) und nur 93,55 bis90,50 Proz. Natriumchlorid. Das Kochsalz enthält ebenfalls kleine MengenMagnesiumchlorid und Calciumsulfat, bedarf deshalb stets der Reinigung.Das Kochsalz enthält ausserdem 1,57 Proz. Wasser als Mutterlaugezwischen den Krystallschichten eingeschlossen, wodurch das Verknisterndes Salzes beim Erhitzen hervorgerufen wird. Die Chloride von Calciumund Magnesium lassen es feucht werden, wozu schon 0,2 Proz. MgCl hin-reicht; sie verschärfen auch seinen Salzgeschmack Das Natriumchloridkrystallisiert in wasserfreien Würfeln, die bei schneller Bildung sich zutreppenförmigen, innen hohlen Pyramiden gruppieren, wie wir sie beimKochsalz meist sehen. Unter 10° krystallisiert das Salz in grossen Tafelnmit 2H 2 0. Heisses Wasser löst von Natriumchlorid nur unbedeutendmehr auf, als Wasser von gewöhnlicher Temperatur. Es lösen nämlich100 Teile Wasser 35,87 Teile NaCl bei 14» und 39,61 Teile bei 100°.Die bei 15° gesättigte Lösung besitzt 26,8 Proz. NaCl und das spez. Gew.1,205. In wasserhaltigem Weingeist löst sich das Salz um so reichlicher,je wasserhaltiger derselbe ist; 95prozentiger Weingeist löst nur 0,17 Proz.,75prozentiger 0,7 Proz. NaCl. In der Rotglühhitze schmilzt das Natrium-chlorid, in höherer Hitze verdampft es. Silbernitrat fällt aus seiner LösungSilberchlorid, in Salpetersäure unlöslich.

Formel: NaCl = 58,5.

Prüfung: 1. Rotfärbung der Flamme deutet auf Kaliumsalze.2. Schwefelwasserstoffwasser verrät durch dunkle Trübung: Kupfer,Blei; Baryumnitrat, weisse Trübung: Sulfat; verdünnte Schwefelsäure, weisse Trübung: Baryumchlorid; Ammoniumoxalat nebst Ammo-niak, weisse Trübung: Kalk; Natriumphosphat nebst Ammoniak weisseTrübung: Magnesia. 3. Ferrichlorid und Stärkelösung, blaue Fär-