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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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Mel depuratum. — Gereinigter Honig.

2 Teile Honig.............. 2

werden im Wasserbade mit

3 Teilen Wasser............. 3

eine Stunde lang erwärmt, nach dem Abkühlen auf etwa 50°durch dichten Flanell geseiht und durch möglichst beschleunigtesEinengen im Wasserbade bis zum spez. Gewichte 1,330 gebracht.

Gereinigter Honig ist im durchfallenden Lichte klar, vonangenehmem Honiggeruche und, in 20 mm dicker Schicht be-trachtet, von gelber, allenfalls etwas bräunlicher Farbe.

Gereinigter Honig soll beim Vermischen mit 1 Teile Am-moniakflüssigkeit die Farbe nicht verändern und durch Zusatzvon 2 Teilen Weingeist nicht getrübt werden.

Mit 4 Teilen Wasser soll gereinigter Honig eine klareFlüssigkeit geben; diese darf durch Silbernitrat- oder Baryum-nitratlösung höchstens opalisierend getrübt werden.

Zum Neutralisieren von 10 g gereinigtem Honig sollen, nachdem Verdünnen mit der fünffachen Menge Wasser, nicht mehrals 0,4 ccm Normal-Kalilauge erforderlich sein.

100 Teile gereinigter Honig sollen nach dem Verbrennennicht mehr als 0,4 Teile Asche hinterlassen.

Mel despumatum. Abgeschäumter Honig. — Mellite simple:

Sirop de miel. — Clarijicd honcy.Darstellung: Die Bereitungsvorschrift soll zeigen, dass die Benutzungeines der vielen empfohlenen künstlichen Klärungsmittel, wie Bolus, Ei-Nv »'is, Kohle, Tannin, Papierbrei u. s. w., nicht gewünscht wird. Dieselbewt in der That bei Verwendung eines tadellosen Honigs (und nur einsolcher Ist gestattet) auch entbehrlich. Kommt es vor, dass ein für brauch-bar gehaltener Honig bei der vorgeschriebenen Behandlung sich nicht imDampfbade klären will, so beschränke man sich wenigstens auf kurzesAufkochen mit einem aus weissem Filtrierpapier, und Wasser bereitetenBrei. Was darüber ist, das ist entschieden vom Übel, ganz besonders ein*o oft angeratenes Abstumpfen der freien Säure durch Calcium- oderMagnesiumkarbonat, weil hierbei die im Honig stets vorhandene und viel-fach für arzneilich (antiseptisch) nicht unwirksam gehaltene freie Ameisen-säure beseitigt wird. Nicht mir der Gehalt an der letzteren, sondern auchdie helle Farbe und der Wohlgeruch des Bönigs werden durch lange fortgesetztes Erhitzen beinträchtigt, weswegen eine stärkere Verdünnung undlängeres Abdampfen nachteilig ist, dagegen ein im Vakuum bereiteterHonig besonders schön ausfällt. Man wähle einen klaren, reinen Honig,welcher von möglichst heller Farbe und in kaltem Wasser l'aht klar löslich8e i, am wenigsten mit Mehl vermischt sein darf, überschreitet «ein Säure-Sehalt die vorgeschriebene, etwa. '/., Prozent zulassende Grenze, so ist derHonig schon in saurer Gärung befindlich und enthält neben Ameisen-säure noch andere Säuren (Essigsäure). Sollte die Lösung zu langsamdurch ein wollenes Tuch gehen, so lasse man sie in einem mehr hohen,a ls weiten Gefässe einige Tage bedeckt im Keller absetzen. Beim Ab-