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Liquor Natrii silicici.
Natronwasserglaslösung.
Klare, farblose oder schwach gelblich gefärbte, alkalischreagierende Flüssigkeit, in welcher durch Säuren ein gallertigerNiederschlag hervorgerufen wird. Spez. Gewicht 1,300 bis 1,400.Mit Salzsäure übersättigt und zur staubigen Trockne verdampft,hinterlässt Natronwasserglaslösung einen Rückstand, welcheram Platindrahte die Flamme stark gelb färbt.
1 ccm Natron wasserglaslösung soll, mit 10 ccm Wassergewischt und mit Salzsäure angesäuert, nicht aufbrausen unddurch Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser nicht verändertvjevüten. "Beim "Verreiben gVevcner Te\\e^&toon\jasseTg\as\üs\\ngund Weingeist in einer Schale soll sich ein körniges, nicht aberein breiiges oder schmieriges Salz in reichlicher Menge aus-scheiden. Die davon abfiltrierte Flüssigkeit soll rotes Lackmus-papier nicht bläuen.
Natmm sillolcum solutum. Kieselsaures Natron. Natron-wasserglas. — Silicate de soude. — Silicate of soda.
Darstellung: Fabrikmässig durch Zusammenschmelzen von reinemQuarzsand, wasserfreier Soda und Holzkoblenpulver, Auskochen derSchmelz-mas.se mit Wasser vmil Eindampfen der Lösung auf verschiedene Starke-grade (von 1,25 bis 1,62 spez. Gew.); auch durch Behandeln von Kiesel-säure mit Iieisser Natronlauge unter Druck.
Zu den Eigenschaften: Das Wasserglas ist in der Kälte dicklich, inLauwarme dünnflüssig; an der Luft in dünner Schicht zu einem glas-artigen Überzug an den damit bestrichenen Gegenständen eintrocknend.Löst man es in der mehrfachen Wassermenge und fügt Salzsäure im Über-schüsse zu, so scheidet sich Kieselsäurehydrat in gallertartigen Massenaus, welche wegen ihrer Farblosigkeit schwer sichtbar sind-, nach einigerf j eit gesteht die ganze Mischung zu einer steifen Gallerte. Verdünnt manjedoch das Wasserglas mit der 10- bis 20fachen .Menge Wasser, so bleibtdie Flüssigkeit mit Salzsäure klar, wegen der Löslichkeit der hydratischenKieselsäure, die beim Gindampfen zur Trockne das Hydratwasser verliertund bei Behandlung mit Wasser als unlösliches Kieseldioxyd (Sil) 3 ) zurück-bleibt, Der Rückstand, eine Mischung aus Kieseldioxyd und Chlornatrium,tärbt die Flamme intensiv gelb.
Bestandteile: 32-88 Proz. Natriumtrisilikat [Na 2 0(Si0 2 ) 3 1, oft mit■etrasilikatgehalt.
r Prüfung: 1. Braust das mit 10 Teilen Wasser verdünnte Präparatauf Zusatz von Salzsäure auf, so hat es Kohlensaure aus der Luft ange-legen oder noch von der Darstellung her Karbonat enthalten. Sowohlletzteres, als auch i'iborselnissiges Ätznatron, also Gegenwart von Mono-oder Bisilikat, machen das Präparat ätzend, folglich ungeeignet zu Ver-oandzwecken. — 2. Beim Vermischen des letzteren mit der gleichen MengeVVeingeist liefern nur Tri- und Tetraailikat eine körnige Ausscheidung undein rotes Lackmuspapier kaum bläuendes, Kurkumapier nicht veränderndes"Utrat; Sesqui- und Monosilikat geben ein dünnbreiiges. Bisilikat ein harz-artig-sehmieriges Gemenge und stark alkalisch reagierende Filtrate, welcheauch von Karbonat herrühren können. —. Gehalt an Schwermetallen (Eisen,