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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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gebaut und in Gärten gezogen. Es unterscheidet sich von dem sehrähnlichen Dill durch die stielrunde Frucht; die des Dills ist flach linsen-förmig.

Zur Beschreibung: Die Fenchelfrucht erscheint im Umrisse länglich,auf dem Querschnitte rundlich, mit 5 stark hervortretenden, beinahestrohgelben, gekielten R.ippen. Zwischen je zwei derselben, also unterjedem Thälchen, verläuft 1 Olstriemen, auf der Fugenfläche deren 2. Dieangebaute Pflanze trägt 6— 8 mm lange, die in Südeuropa wildwachsendekleinere nur 4 mm lange Früchte. Meist ist die Spaltfrucht in die beidenHälften zerfallen. Geruch und Geschmack gewürzhaft und süss. Weiteress. bei Fruct. Anisi.

Verwechselungen: Die Früchte des römischen Fenchels (Foenicu-lum dulce DC), welche in Südeuropa angewendet werden, sind bis 12 mmlang, stark gekrümmt und durch die vorspringenden Kandrippen fastgeflügelt.

Bestandteile: Ätherisches Ol (in den Olstriemen, bis 5 Proz.), fettes

Öl und Zucker.

Gebrauch: Als ein bei Kindern sehr beliebtes Mittel gegen Ver-dauungsbeschwerden und Blähungen im Theeaufguss; auch gegen Brust-beschwerden in Theegemischen.

Fructus Juniperi. — Wacholderbeeren.Die Früchte von Juniperus communis. Die kugelige, bis9 mm dicke, schwarzbraune, oft blaubereifte Frucht trägt amGrunde 1 bis ungefähr 6 dreigliederige Wirtel von Blättchenund zeigt an der Spitze einen dreistrahligen, geschlossenen Spalt.Sie enthält 3 harte Samen, welche in ein hellbräunliches, starkgewürzig und süss schmeckendes Fruchtfleisch eingebettet sind.

Baccae Juniperi. — Baies de genievre. — Juniper berries.

Stammpflanxe: Juniperus communis L. Wacholder. Farn. Coniferen.

Ein allbekannter, zweihäusiger Strauch, dessen Beeren erst im zweitenJahre reifen.

Zur Beschreibung: Blaubereifte Scheinbeeren (Beerenzapfen), mitHilfe von drei schuppenförmigen Blättchen, welche als Fruchtblätter be-zeichnet werden können, zusammengewachsen. Die nacktblütigen Coniferenhaben zwar keine Karpellblätter wie höhere Pflanzen, doch ersetzen imvorliegende Falle die Scliuppenblättchen die Karpelle fast vollständig, dasie, fleischig werdend, die Samen genau wie ein Pericarp völlig umwachsen.Da der innerste Teil dieses Perikarps sich in Steinzellen verwandelt undden ebenfalls eine Steinzellenschieht besitzenden Samen fest umschliesst,so ähnelt die Wacholderbeere einer dreifachen Steinfrucht (etwa drei zu-sammengedrückten Kirschen. 8. auch unter Kreuzdornbeeren). Die 01-schläuche finden sich (wie bei den Umbelliferen) im mittleren weichenTeile des Perikarps. Der Steinzellen-Pericarpschicht liegen oft Ölzellenmit ziemlich harten Einfasszellen dicht an.

Die drei Karpellblätter sind an den drei Erhebungen zwischen denScheitelnähten noch erkennbar, am Grunde sind sie von sechs, in zweiKreise (Wirtel) gestellten kleineren Deckblättchen unterstützt. Das Fracht-fleisch ist grünlich, später bräunlich; seine als Lücken erscheinenden Ol-schläuche sind mit ätherischem Ol oder dessen Stearopten erfüllt. Die