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— 25 —Fällungsanalysen.
Es sind dies Bestimmungsmethoden, bei denen die zu untersuchendeSubstanz mit dem Reagenz eine unlösliche Verbindung eingeht, also einNiederschlag entsteht, der um so bedeutender wird, je mehr von der zubestimmenden Substanz zugegen ist. Da aber in einer durch den ent-stehenden Niederschlag trüb «erdenden Flüssigkeit nicht gut zu erkennenist, wann die Endreaktion erreicht ist, so inuss man diese auf einem Um-weg zu erreichen suchen. Es geschieht dies bald durch sog. Tüpfel-proben, bald dadurch, dass man gleichzeitig einen Körper zusetzt, dergeringere Verwandtschaft zu dem Keagenz besitzt und erst, wenn die zuuntersuchende Substanz gänzlich in dem der Bestimmungsmethode zuGrunde liegenden Mnne verbraucht ist, einen anders gefärbten Nieder-schlag bildet. Dies ist bei der in das Arzneibuch aufgenommenen Be-stimmung der Halogenverbindungen durch Silbernitrat mit dem Zusatz vonKaliumchromat beabsichtigt; bei der Bittermandelwasserprobe nach derLiebigschen Methode sind die Bedingungen so gewählt, dass der anfangsentstehende Niederschlag von Silbercyanid im Überschuss des vorhandenenCyankaliuniN löslich bleibt und der Endpunkt der Reaktion daran erkanntwird, dass die lösliehe Doppelverbindung, sobald kein Cyankali mehrvorhanden ist, durch weiteren Keagenzzusatz in unlösliches Silbercyanidund in Kaliumnitrat zerlegt wird. An dem Auftreten des weissen, un-löslichen Silbercyanides erkennt man das Ende der Reaktion. — Sehrhäufig lassen sich Fällungsanalysen durch die Kesttitermethode ausführen.Von volumetr. Flüssigkeiten, die zu Fällungsanalysen dienen, bat das Arznei-buch aufgenommen: Zehntel-Normal-Sil b erlösung 16,997 p Silbernitratim l, also im rem 0,016997 g enthaltend. — Zehntel-Normal -Na triam-chloridlösung, der Silberlösung äquivalent und dementsprechend0,00585 g Natriumchlorid im cem enthaltend. — Zehntel-N ormaJ-Ammo-niumrh odanid, ebenfalls der Silberlösung äquivalent und mithin im /7,618 p, im erm 0,007618 p Ammoniumrhodanid enthaltend. — Als In-dikator dient entweder Ka 1 i umch romatlösung oder, bei der Be-stimmung des ätherischen Senföles, F erri-A mmoniumsulfat lösung.
Das salpetersaure Silber kann man sich in einem Zustande von ab-soluter chemischer Reinheit darstellen; man wird daher eine richtige Zehntel-Normal-Lösung erhalten, wenn man Vio des Mol.-Gew. des Silbernitrats, also16,997 p genau abwägt und zum l löst. Zur genauen Einstellung habenwir im ehem. reinen Kochsalz oder im kristallisierten und durch starkesGlühen von aller Feuchtigkeit befreiten Steinsalz eine sehr gute Urtiter-substanz. — l'm die Silberlösung, die man sich auch wieder annäherndrichtig, aber absieht lieh eine Kleinigkeit zu stark hergestellt hat, mittelstChlornatrium auf den wahren Gehalt zu prüfen, wägt man auf der ana-lytischen Wage genau 0,15 bis 0,2 g des entsprechend vorgetrocknetenSalzes ab, löst dasselbe in 10 bis 20 com dest. Wasser, fügt einige TropfenKaliiimchromatlösung bei und titriert unter Umrühren von der ein-zustellenden Silberlösung dazu, bis ein Tropfen hiervon eine bleibendeRötung des Niederschlages bewirkt. Aus der Zahl der hierzu verbrauchtenecm berechnet sich der wahre Silbernitratgehalt, wenn man z. B. 0,1766pKochsalz genommen und 29,2 <cm Silberlösung gebraucht hat, nach derGleichung: NaCl + AgNO, = AgCl + NaN0 358,5 169,97
58,5:169,97 = 0,1755 : x = 0,50991 g Silbernitrat.
Da diese Menge in 30 cem der richtigen Zehntel-Normal-Silberlösungenthalten sein soll, so darf man seinen Vorrat an derselben im Verhältnis