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Die preußischen Apothekengesetze : mit Einschluß der reichsgesetzlichen Bestimmungen über den Betrieb des Apothekergewerbes
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Giftige Farben und Ungeziefermittel.

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ij 15. Es ist verboten, Gifte in Trink- oder Kochgefäßen oder insolchen Flaschen oder Krügen abzugeben, deren Form oder Bezeich-nung die Gefahr einer Verwechslung des Inhalts mit Nahrungs- oder Genuß-mitteln herbeizuführen geeignet ist 1 ).

§ 16. Auf die Abgabe von Giften als Heilmittel in den Apötheken finden die Vorschriften der §§ 11—14 nicht Anwendung 2 ).

Besondere Vorschriften über Farben.

Ü 17. Auf gebrauchsfertige öl-, Harz- oder Lackfarben, soweitsie nicht Arsenfarben sind, finden die Vorschriften der §§ 2—14 nicht An-wendung. Das gleiche gilt für andere giftige Farben, welche in Formvon Stiften, Tasten oder Steinen oder in geschlossenen Tuben zumunmittelbaren Gebrauch fertiggestellt sind, sofern auf jedem einzelnenStück oder auf dessen Umhüllung entweder das Wort ,,Gift" beziehungs-weise „Vorsicht" und der Name der Farbe oder eine das darin enthalteneGift erkennbar machende Bezeichnung deutlich angebracht ist 3 ).

Ungreziefermittel.

§ 18. Bei der Abgabe der unter Verwendung von Gift hergestelltenMittel gegen schädliche Tiere (sogenannte Ungeziefermittel) ist jederPackung eine Belehrung über die mit einem unvorsichtigen Gebraucheverknüpften Gefahren beizufügen. Der Wortlaut der Belehrung kann vonder zuständigen Behörde vorgeschrieben werden 1 ).

!) § 15 bet SBetotbnung gilt, wie au» § 16 (jetdotgebt, mirii für bie Abgabe don©iften als Heilmittel in ben Slbotbefen. Sebodj beftcht für ben 3lpotljeiet feine ®et-bfltdjtung, }um §anbbetlauf bon Wiftctt fedjSedtjje glafd&en ju betwenben, roiefolcdc btircfi § 9 bet ©etotbnung dorn 22. ^iini 1896 (f. Seite 274) für bie don einem Slrjtdetotbneten äufjetlidjen SWittel, alfo für bie Ötejebtut, botgefdjtieben firtb (£.©. ©cfineibe-iniittl 2. Januar 1904, $f).8tg. 1904 91t. 16). Senn and) tunbe Webi-siuflafcfjen finbund) biefem Urteile luebev ihrer Ts-ovnt norfi ihrer S8ejeio>ung nad) geeignet, 311 einerVevmedtflitiia, be8 Malte mit StabtungS obet ©enujjmitteln ülnlafj ju geben.

*) jüt bie Slogabe bon ©iften a\ä Heilmittel in SKpotbefen gelten bieSS 11—14 bet ©iftbetotbnung nidjt. 0» biefet Söeäiefjung finb lueliucbr majjgebenb bie§§ 1 -9 bet SSorfd^rtftcri über bie Slbgabe ftatfwitfenbet Sttpeimittel in ben Stbottjelendorn 22. 3uni 1896 (f. Seite 270).

2lu8 bem aBdttlaut be» § 16 gef)t jeborii beiittid) betbot, bafj nur bie Slbgabe ddn©iften alS öeilmittel in ben Slöotfjefen ausgenommen ift, auf bie Stbgabe don ©iftenals öeilmittel in Stogenbanblungen bie aSoxfdjriften bet §§ 11—14 fomit Slnmenbungfinben- b 6 ba § 12 'bie abgäbe don («ift ttut ju einem getoetblitfjen, wittfrbafflidten,ii'iffeiifdiaftlidten'obev hiuftle'nfriieu Qtoei (nidtt aber §eiljmed) geftattet, bürfen ©ifte,au* wenn fie fouft beut freien SBetfetjt überlaffen finb, außeiljwedteninSitogen^anb.lungen nicht abgegeben wetben (ft.0. 30 ganuat 189!), 8. äKai 1899, St.&M. III @. 451unb 152). Sie' Abgabe 3. SB. bon tfflotfautem Mali ;,itni ©utgetn gegen $al8fd>metjenift fomit in Stogentjanblungen unpläffig.

3 ) Sie färben, auf meldte f ich bie ©etotbnung oejtent, fmb tut SBetaetdmtS bet©ifte v) th7 1 unb 3 genannt. Jetnet ift beim ©et!ef)t mit jatben baZ ©efeg betr. bie»etwenbung gefunbt)eitäfdE)äbIid6et gatben bei bet öetftellung Don 9cal)tung8mitteln,©enu&mitteln unb ©ebtaudjägegenftänben dorn 5. 3fuli 1887 (f. Seite 146) 31t beadtfen.

') Sie SBerpflicfitung jut ÜBetgabe ddn belefjtenben SSarnungen bei Säb-gabe don ttnge&iefetmitteln bejtefjt fieb nidjt nur auf foldbe *|$tä>atate, welche fid) felbftals ©ifte im Sinne bet Stnlage 1 etwetfen, fonbetn auf alle Bubcteitungcu, meldte unterSüetmenbung eine- in bei Anlage 1 genannten ©ifteS betgeftellt unb *ut Vertilgungfdtiiblidtev Jtere itgenb meldiev SM befttnimt finb. Set SBotÜaut ber ©elefjtungen tanndon bet »uftänbigen Söefjbtbe botgefebneben wetben. Sa« ift jeboeb, nur bereinjelt ae-fdielteti fo in ben [JtegietungSbejitlen JtönigSbetg, SBieSbaben unb etnbtfrciS Berlin.