Patchouliöl.
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1. Das aus trocknem Singapur-Kraut in Europadestillierte Ol ist eine gelblich- oder grünlichbraune bis dunkel-braune, sehr dicke Flüssigkeit, aus der sich beim Stehen manch-mal Kristalle abscheiden. Der Geruch des Öls ist außerordent-lich intensiv, anhaftend und aufdringlich. d 15 „ 0,966 bis 0,995;« D —50 bis —68°; n D20 .1,507 bis 1,513; S.Z. bis 5; E. Z. 2bis 12. Meist löslich in 0,5 bis 1,5 Vol. 90°/oigen Alkohols;bei weiterem Zusatz in einigen Fällen vorübergehende Trübung.Manche Öle lösen sich überhaupt erst in 4 bis 6 Vol. 1 ).
2. Importierte Singapur-Öle. Sie sind meist vonhellerer Farbe und riechen weniger intensiv als die vorher-
gehenden. d 16 „ 0,960 bis 0,980;
■47 bis —61°; n DS0 „ 1,508
bis 1,512; S.Z. bis 1; E. Z. 1,5 bis 7. Zum Teil schon in 0,5bis 1, meist erst in 5 bis 8 Vol. 90°/oigen Alkohols oder nochschwerer löslich.
3. Java-Patchouliöle. Diese Öle, die auch Dilemölegenannt werden, zeichnen sich im allgemeinen durch einen vielschwächeren, fast calmusartigen Geruch, eine niedrigere Links-oder selten auch schwache Rechts-Drehung, ein niedrigeresspezifisches Gewicht und weniger gute Löslichkeit aus. Ob dieÖle von der blühenden oder der nichtblühenden Java-Varietätoder von beiden hergestellt werden, ließ sich nicht ermitteln.Blüten wurden in dem im letzten Jahrzehnt von Schimmel 8j Co.verarbeiteten Kraut in keinem Fall aufgefunden. d ls „ 0,925 bis0,935; « D + 3°15' bis ^32°17"- > ); S. Z. 1 bis 4; E. Z. 6 bis \8;löslich in 6 bis 8 Vol. u. m. 90°/oigen Alkohols. Weitere Kon-stanten sind auf S. 605 aufgeführt.
') An Ölen aus Penangblättern 1912er Ernte hat M. Lehmann [Chem. Ztg.37 (1913), 1589] insofern Abweichungen beobachtet, als die Öle z. T. niedrigeresspezifisches Gewicht, schwächere Drehung und schlechtere Löslichkeit zeigten,als das sonst der Fall ist. Die Dichte betrug bis herab zu 0,95, die Drehungbis zu —42° herunter; bei zwei derartigen Ölen, die sich durch ein besondersfeines und kräftiges Aroma auszeichneten, waren die Werte sogar nochniedriger: d 0,935 und 0,937, « D — 9 und —34°. Von 90°/oigem Alkoholwaren in vielen Fällen etwa 6 Volumen zur klaren Lösung erforderlich. Auchdie Ausbeute ließ zu wünschen übrig und betrug vereinzelt nur 2°,o. EinÖl von ähnlich niedriger Drehung (« D — 43° 31'), das aus Perak stammte, istim Bull. Imp. Inst. 3 (1905), 230 beschrieben.
'-) Vgl. Verslag Plantentuin Buitenzorg 1893, 55. — Bericht von Schimmel$ Co. Oktober 1908, 99. — Berichte von Roure-Bertrand Fils April 1910, 64.
Gildemeister, Die ätherischen Öie. III.
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