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Familie: Labiatae.
Enzymwirkung kam dabei nicht in Frage, da de Jong diegleichen Resultate mit vorher in kochendes Wasser getauchtenBlättern erhielt.
Es wurden noch die Blattstiele sowie die Wurzeln auf ihrenÖlgehalt untersucht. Dieser ist bei den ersteren sehr gering, beiden Wurzeln etwas höher. Das Wurzelöl war spezifisch schwererals Wasser und mithin anders zusammengesetzt als das Blätteröl.
Verfälschung des Patchoulikrautes. Der Einkauf des Krauteserfordert, da es vielfach in der gröbsten Weise verfälscht wird,große Vorsicht. Am häufigsten werden die Blätter des von denMalayen Ruku genannten Ocimum Basilicum L. var. pilosum(Familie der Labiatae) beigemischt, deren abweichender Geruchin Berührung mit den Patchouliblättern ganz zurücktritt. Häufigfindet man in den Ballen die Blätter der als Unkraut in den Kokos-plantagen gemeinen Urena lobata L. var. sinuata (Malvaceae),die bei den Malayen den Namen „Perpulut" führt. Als Ver-fälschungen werden ferner genannt die Blätter von Hyptissuaveolens (siehe S. 612), Plectranthus fruticosus Lam., LavaleraOlbia L. und von Pavonia Weldenii 1 ).
Außer diesen fremden Kräutern, die manchmal bis 80 °/o derPatchouliballen ausmachen, sind neuerdings bis 50°,oSand undErde und bis 35 ° o Feuchtigkeit aufgefunden worden.
Eigenschaften. Man kann im großen und ganzen drei ver-schiedene Typen von Patchouliölen unterscheiden. 1. In Europaaus getrocknetem Kraut gewonnene Destillate. Sie bilden dieHauptmenge des Patchouliöls des Handels. 2. In Singapurdestillierte Öle. 3. Aus Javablättern hergestellte Öle, unter diedie sogenannten Dilemöle fallen.
Wie oben ausgeführt wurde, werden die Patchouliöle vonBlättern verschiedener Stammpflanzen gewonnen, deren botanischeBestimmung, besonders wenn in Ballen gepreßtes Destillations-material in Frage kommt, recht schwierig ist. Deshalb ist auchdie Vermischung der einzelnen Krautsorten nicht ausgeschlossen,woraus folgt, daß die nachstehend angeführten Konstantenvielleicht nicht immer den Destillaten der entsprechenden un-vermischten Blättersorten entsprechen.
*) Siehe Anmerkung S. 607.