Lavendelöl.
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766. Öl von Prostanthera cineolifera.
Die zu den Labiaten gehörige Gattung Prostanthera zähltetwa 50 Arten, die alle in Australien endemisch sind. Die ArtP. cineolifera ist zuerst von R. T. Baker und H. G. Smith 1 )beschrieben worden. Das frische Kraut lieferte ihnen 0,71 °/°gelbliches Ol, das sich an der Luft nach kurzer Zeit braunfärbte. d 15 „ 0,9204; n D20 „ 1,4711. Das von Phenolen und Alde-hyden befreite Produkt zeigte « D + 4,l°; V. Z. 9,9; V. Z. nachActig. 34,2. Beim Verseifen des acetylierten Öls in der Kältebetrug die V. Z. 18,3. In den Verseifungslaugen der hochsiedendenAnteile des nicht acetylierten Öls war Essigsäure enthalten.Von Phenolen wurden sowohl Carvacrol wie Thymol gefunden.Ferner enthält das Öl Cuminaldehyd (Phenylhydrazon, Smp. 126bis 127°), p-Cymol (p-Oxyisopropylbenzoesäure, Smp. 155°),Pinen (?) und als Hauptbestandteil Cineol (ungefähr 61 °/o, nachder Resorcinmethode bestimmt).
Schimmel 8j Co. untersuchten ein von Baker und Smitheingesandtes Muster. Es war eine hellbraune, ähnlich wieEucalyptus- oder Cajeputöl riechende Flüssigkeit: d 15 „ 0,9477,« D + 3°58', n D20 ,1,47319, S.Z. 2,7, E. Z. 17,4, lösl. in 1 Vol. u. m.80 "/oigern Alkohol. Der Cineolgehalt betrug ca. 35 °/o (Resorcin-methode), der Phenolgehalt etwa 2 °/o.
767. Lavendelöl.
Oleum Lavandulae. — Essence de Lavande. — Oil of Lavender.
Herkunft. Der im Mittelmeergebiet sehr verbreitete echteLavendel, Lavandula vera DC. (Z. officinalis Chaix; Z. Spicavar. u L.; Z. angustifoiia Mnch.) bedeckt in den Seealpen Süd-frankreichs, besonders in Höhen von über 700 bis 800 m, großeStrecken Landes und ist dort als „lavande veritable" oder als„lavande femelle" 2 ) bekannt. Wie L. Lamothe in seiner Broschüreüber den Lavendel 3 ) angibt, teilt Jordan den echten Lavendel in
») Journ. and Proceed. Royal Soc. of N. S. W. 16 (1912), 103. — Berichtvon Schimmel § Co. Oktober 1913, 87.
*) Die Bezeichnung „femelle" soll lediglich einen Größenunterschied,keinen Geschlechtsunterschied, gegenüber dem „male" genannten Spiklavendelzum Ausdruck bringen.
3 ) Lavande et Spie. 2. Aufl. Le Grand-Serre (Drome) 1908.
Gildemeister, Die ätherischen Öle. III. 29