Teeöl.
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Das Öl scheint erst bei der Gärung, vielleicht unter Zersetzungeines Glucosids durch den Einfluß eines der Laccase ähnlichenFerments, zu entstehen. Das Teeöl besitzt das spez. Gewicht0,866 bei 26°; Drehungswinkel (200 mm) — 0° 11'.
Durch wiederholtes Fraktionieren erhält man eine bei 153bis 154° (740 mm) siedende Flüssigkeit von stechend fuselartigem,stark an Tee erinnerndem Geruch. Ihr Hauptbestandteil ist einAlkohol der Formel C 6 H 12 0, dessen Essigester bei 160 bis 165°siedet.
Oxydation mit Kaliumbichromat führt den Alkohol in einÖl von der Zusammensetzung und den Eigenschaften der Butter-säure über. Beim Erhitzen des Alkohols mit Salzsäure im zu-geschmolzenen Rohr auf 100° entsteht ein bei 120° siedendesChlorid.
Der bei der Destillation zwischen 200 und 225° übergehendeAnteil des Teeöls ist Methylsalicylat.
Im Destillationswasser wurde Methylalkohol (Sdp. 66°;Nitromethyl-m-phenylendiaminverbindung und Oxalsäuremethyl-ester, Smp. 51°) nachgewiesen. Dieser ist jedoch kein Produktder Gärung, sondern ist, wie früher von van Romburgh dar-getan wurde, schon ein Bestandteil der frischen, nicht fermen-tierten Teeblätter.
Das Teearoma des chinesischen Tees wird zum großenTeil künstlich durch Zufügen von aromatischen Blumen hervor-gebracht. Die Blumen selbst werden, nachdem sie ihr Aromaan den Tee abgegeben haben, entfernt. Man verwendet haupt-sächlich Blüten der Aurantiaceen, dann solche von Olea fragrans,manchmal die von Magnolia oder von Anonaceen 1 ).
Aus den jungen Blättern von Thea Sasangua (Thunb.) Nois. 2 ),einem in Japan wachsenden Baume, hat H. r\imura :) ) in einerAusbeute von 0,4 bis l°o (berechnet auf frisches Material) einbraun- oder violettfarbiges, süßlich riechendes Öl destilliert.Die im Frühling gewachsenen jungen Blätter wurden fein ge-
') Dybowski, Bull, de la chambre d'agriculture de la Cochinchine 11(1908), 274.
2 ) Ist nach dem Index Kewensis synonym mit Camellia Thea Lk.
3 ) Berichte d. deutsch, pharm. Ges. 21 (1911), 209.