Manila-Elemiöl.
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Das Vorkommen von Terpinolen ist bisher in der Naturnicht beobachtet worden und darum sehr bemerkenswert, auchdeshalb, weil das terpinolenhaltige Öl ein ganz eigentümlichesVerhalten zeigte. Schon das rohe Öl siedete innerhalb einesGrades (den Siedepunkt gibt Clover nicht an) und hatte eineDrehung von +4°. Die Reaktionen auf Terpinen und Phellandrenfielen negativ aus; dagegen konnte ein Bromid vom Smp. 116bis 117° (unter Bräunung und Schäumen) in Form von glänzendenSchuppen (aus Alkohol) gewonnen werden. Hiernach mußteauf die Gegenwart von Terpinolen geschlossen werden, dessenSiedepunkt Wallach zu 185 bis 190°, v. Baeyer bei einem ausdem Tetrabromid regenerierten Präparat zu 183 bis 185° bestimmthatte. Das terpinolenhaltige Öl wurde nochmals durch Behandelnmit Kalihydrat gereinigt, im Vakuum destilliert und hatte nundie Eigenschaften: Sdp. 173,5 bis 175° (gewöhnlicher Druck),80 bis 81° (37 mm), d 3 4 °;0,8360, a D80 , + 1,7°, n Dg0 .l,4701. Merk-würdigerweise hatte die Drehung zwischen der zweiten unddritten Destillation stark abgenommen, obwohl das Öl erst einenTag vorher aus dem Elemiharz gewonnen war. Um eine möglicheVeränderung des Hauptbestandteils des Öls zu beschleunigen,wurde ein Teil davon 3 Stunden in einem geschlossenen Kolbenim Ölbad auf 200° erhitzt. Das Destillat zeigte nunmehr eineDrehung von —7,5° und gab eine nicht sehr starke Phellandren-reaktion (Nitrit, linksdrehend, Smp. 119 bis 120°). Nach fünfweiteren Tagen sollte aus dem gereinigten Öl wieder Terpinolen-tetrabromid dargestellt werden; statt dessen wurden Kristallevom Smp. 120° und vom Aussehen des Dipententetrabromidserhalten, die umkristallisiert bei 125° schmolzen. Mittlerweilewar auch die Drehung des Öls von +1,7° in — 1,6° umgeschlagen;nach weiteren fünf oder sechs Tagen stieg sie auf —9,8°, nacheinem weiteren Monat auf —34,5°, ein Beweis, daß in dem Ölspontan eine erhebliche Veränderung vor sich ging. Nach dreiweiteren Wochen wurde das Öl mit Dampf destilliert; das Destillatzeigte nach dem Trocknen a Dg0 „— 38°, die Umwandlung hattealso wohl ihr Ende erreicht. Das in verschiedenen Lösungsmittelndargestellte Tetrabromid schmolz nach einmaliger Kristallisationbei 120 bis 123°, ohne sich zu bräunen; nach weiterer Reinigungbei 125°. Phellandren ließ sich, wohl wegen der Gegenwartvon viel Dipenten, nicht mehr durch die Nitritreaktion nachweisen.