Orangenblüten- oder Neroliöl.
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schmelzendes Phenylurethan gekennzeichnet, das sich aber erstnach mehrwöchigem Stehen mit Phenylisocyanat bildet 1 ).
Farnesol, das noch höher als Nerolidol siedet, wurde ausdem Neroliöl von Schimmel &, Co. 1 ) durch Behandeln deroberhalb 127° (4 bis 5 mm) überdestillierenden Fraktion mitHilfe von Phthalsäureanhydrid isoliert und durch seine Kon-stanten sowie durch Überführung in Farnesal (Semicarbazon,Smp. 127 bis 132 , statt 133 bis 135 0 ) 2 ) gekennzeichnet.
Paraffin. Das Stearopten des Orangenblütenöls, auchNerolicampher oder Aurade genannt, wurde zuerst von Boullay :! )aufgefunden. Es ist eins der in fast allen Blütenölen vor-kommenden Paraffine und im reinen Zustand vollkommen geruch-und geschmacklos. Sein Schmelzpunkt liegt bei 55 ').
Säuren. Von Säuren enthält das Neroliöl außer der schonmehrfach erwähnten Essigsäure Phenylessigsäure"') 15 ), diein gröfseren Mengen im Wasseröl vorkommt, Benzoesäure'')sowie Spuren von Palmitinsäure 5 ). Alle diese Säuren sindursprünglich wohl als Ester der Alkohole vorhanden.
Phenole sind ebenfalls in Spuren anwesend').
Anthranilsäuremethylester. Die wichtigste Rolle bei derBildung des Orangenblütenaromas spielt der in geringer Mengein dem Ol vorkommende Anthranilsäuremethylester, derim Jahre 1894 im Laboratorium von Schimmel fy Co. darin auf-gefunden worden ist 7 ). Durch die Gegenwart dieses Körperswird die Fluorescenz des Öls bedingt.
Anthranilsäuremethylester NH. 2 -C t! ri 4 -COOCH g siedet unter14 mm Druck bei 132", schmilzt bei 25° und hat bei 15°, imiiberschmolzenen Zustand, das spez. Gewicht 1,168. Der Ge-
') Bericht von Schimmel 8j Co. April 1914, 71.
J ) Vgl. M. Kerschbaum, Berl. Berichte 46 (1913), 1732.
") |ourn. de Pharm. 14 (1828), 497. — Trommsdorffs Neues )ourn. derPharm. 19, 1. (1829), 227.
4 ) Flückiger and Hanbury, Pharmacographia. II. Aufl. London 1879,p. 127. — E. u. H. Erdmann, Berl. Berichte 32 (1899), 1214, Anm.
") Hesse u. Zeitschel, )ourn. f. prakt. Chem. II. 66 (1912), 481 bis 516.
") Bericht von Schimmel 8j Co. Oktober 1902, 60 bis 63. — Journ. f. prakt.Chem. II. 67 (1903), 315 bis 325.
: ) Bericht von Schimmel $ Co. April 1S99, 35. — H. Wal bäum, )ourn.f. prakt. Chem. II. 59 (1899), 350.