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2 (1896) Organische Chemie
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Rosenöl.

in kupfernen, inwendig verzinnten Blasen mit der doppelten Menge WasserÜbergossen und von dem Gernisch alsdann auf freiem Feuer etwa die Hälfteüberdestillirt. Die auf diese "Weise bei mehreren Operationen gewonnenenDestillate werden mit einander gemischt und von Neuem der Destillation unter-worfen, bei der nur etwa Vr> abgezogen wird. Das hierbei resultirende Destillatwird zur Abscheidung des Rosenöls bei einer nicbt unter 15° C. herabsinkendenTemperatur einige Tage sich selbst überlassen, hierauf das auf der Oberflächeangesammelte Oel abgeschöpft und das "Wasser zur Destillation neuer Rosen-blüthen verwendet. 3000 bis 5000 kg frischerRosenblätter liefern 1 kg Rosenöl.Ausser in der Türkei werden nur noch in Kleinasien und Persien namhafteMengen von Rosenöl gewonnen; die Rosenölproduction in Algier und in Süd-frankreich ist ohne Bedeutung. In neuerer Zeit ist auch von Schimmel & Co.in Leipzig Rosenöl aus den Blüthen von Rosa centifolia und aus den Blüthenvon türkischen, in Deutschland cultivirten Rosen gewonnen worden (0,02 Proc),welches in seinen Eigenschaften mit dem reinen, türkischen Rosenöl durchausübereinstimmt: Deutsches Rosenöl —, ja ersteres sogar durch die Feinheitdes Geruches noch übertrifft.

Das türkische Rosenöl bildet hei 17° C. ein blassgelbliches, dickflüssiges,schwach linksdrehendes Liquidum von 0,875 bis 0,890 specif. Gewicht. DieLieblichkeit des Geruchs tritt erst dann ganz hervor, wenn das Rosenöl starkverdünnt wird, sei es durch Lösen in Wasser oder Alkohol, oder durch Ver-reiben mit Zucker. * Schon bei -(-11 bis 16° C. scheiden sich in dem Rosenölglänzende, irisirende, spiessige Krystalle aus, welche die ganze Flüssigkeit bisan die Oberfläche derartig durchsetzen, dass ein ziemlich dicker, durchscheinenderKrystallbrei entsteht. Sowohl der Erstarrungspunkt des Rosenöls, sowie derPunkt, bei dem es sich wieder verflüssigt, wechselt nach dem Gehalt anStearopten. Rosenöl aus den höher gelegenen Regionen des Balkanabhangs,sowie persisches, indisches und deutsches Rosenöl erstarren schon bei -f- 20° C.und darüber.

Das türkische Rosenöl enthält 12 bis 14 Proc, das deutsche Rosenöl 32 bis34 Proc. Stearopten (durch Lösen des Oels in der zehnfachen Menge Alkoholvon 75 Proc. bei 70 bis 80° C. und darauf folgendes Abkühlen der Lösung auf0° quantitativ abscheidbar), Schimmel.

Das naturelle Rosenöl gebort in Folge seines eigenartigen Stearopten-gehalts zu den in Alkohol am schwersten löslichen ätherischen Oelen; 1 Thl.davon bedarf mehr als 100 Thle. Alkohol von 90 Proc. zur Lösung. Das vondem an sich geruchlosen Stearopten befreite Rosenöl (s. oben) löst sich dagegenin Alkohol von 90 Proc. in jedem Mengenverhältniss. Das Rosenöl besteht auseinem Gemisch eines flüssigen, sauerstoffhaltigen und eines festen, sauerstoff-freien Antheils. Der flüssige Antheil des Rosenöls, welcher der alleinige Trägerdes "Wohlgeruchs desselben ist, enthält etwa 5 Proc. Aethylalkohol, sowie alsHauptbestandtheil inactives Geraniol: C 10 H 18 O (s. unten), welches mit denGeraniolen des Andropogonöls, Pelargoniumöls, Citronellöls und anderer ätheri-scher Oele identisch ist: Siedepunkt 229 bis 230° C.; specif. Gewicht 0,883bei 15° C. Ausserdem enthält das flüssige Rosenöl noch geringe Mengen zu-sammengesetzter Aether, sowie einer honigartig riechenden, nicht näher be-kannten Substanz, die im Verein mit dem auch als Rhodinol und Roseolbezeichneten Geraniol den eigentlichen Rosengeruch bedingt.

Der feste Bestandtheil des Rosenöls, das Rosenölstearopten, welcheswahrscheinlich von der Epidermis der Kelche und Blumenblätter der Rosenstammt, bildet im reinen Zustand eine farblose, fett- oder wachsartig riechende,optisch inactive, blätterige Masse, welche bei 33,5° C. schmilzt. Stearopten aus