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Chamillenöl.
Maticoöl, aus den Maticoblättem (von Piper angustifolium oder P- asperi-folium) darstellbar (2,4 Proc), ist ein dickflüssiges, blassgrünes, stark riechen-des, camplierartig schmeckendes, schwach rechtsdrehendes Liquidum. Dergrösste Theil des Oels geht hei 200° C. über. Beim Abkühlen des Oels, ebensoaus dem Rückstand, scheiden sich hexagonale, bei 94° C. schmelzende Krystallevon Maticocampher: C 12 H 20 O, aus. Durch Schwefelsäure und Salpetersäurewird derselbe zunächst gelb, dann grün und endlich schön blau gefärbt.
Gaultheriaöl, Wintergrünül, Oleum Gaultheriae, ist in allen Theilen,besonders in den Blättern (2 Proc.) und den Blüthen der in Nordamerika (New-Jersey) heimischen Ericacee Qaultheria proeumbens enthalten. Es ist ein farb-loses allmälig röthlich werdendes, dickflüssiges Oel von eigentliümlichem, an-genehmem Geruch. Sein speciflsches Gewicht beträgt bei 15° C. 1,177. Es isteines der specifisch schwersten ätherischen Oele. Das Gaultheriaöl besteht aus10 Proc. eines bei 160° C. siedenden Terpens C 10 H lG (Gaultherylen) und aus90 Proc. und mehr Salicylsäure-Methyläther (s. S. 1000).
Das Gaultheriaöl des Handels wird gegenwärtig meist aus den Blätternund der Binde von Betida lenta, Sweet bireh, oder auf künstlichem Wege (sieheS. 1001) dargestellt. Das ätherische Oel von Betula lenta zeigt bei 15° C. einspecif. Gewicht 1,1819, das künstliche Gaultheriaöl 1,180 bei 15° C.
Das Gaultheriaöl dient zum Parfümiren von Genussmitteln, Seifen, Mund-wässern etc. Zuweilen kommt es mit Sassafrasöl verfälscht im Handel vor.Letzteres lässt sich durch das niedrigere specifische Gewicht und durch dasVerhalten gegen Salpetersäure erkennen. Echtes Gaultheriaöl wird beimSchütteln mit der gleichen Menge Salpetersäure von 1,35 specif. Gewichtnicht gefärbt, wogegen Sassafrasöl sich damit intensiv rotli färbt und alsbaldverharzt.
Ilang-Ilangöl, Canangaöl, Ylang- Ylang, Alanguilan (OleumAnonae s. TJnonae), wird aus den Blüthen der in Südasien heimischen Canangaodorata gewonnen. Dasselbe ist ein stark linksdrehendes, angenehm riechendesLiquidum von 0,940 bis 0,955 specif. Gewicht bei 15° C. Dasselbe enthält nebenSesquiterpen: C 15 H 24 , Linalool: C 10 H 18 O, und Geraniol: C 10 H 18 O (s. dort),sowie Aether der Benzoesäure und der Essigsäure des Linalools und Geramols.Das Ilang-Ilangöl findet wegen seines angenehmen Geruchs Anwendung zurHerstellung feiner Parfüms.
Chamillenöl.Kamillenöl, Oleum Chamomillae.
Die frisch getrockneten Blüthen von Mairicaria Ghamomilla liefern bei derDestillation mit Wasserdämpfen etwa 0,25 Proc. ätherischen Oels. Noch ge-ringer ist die Ausbeute aus Chamillen, welche längere Zeit aufbewahrt sind.Das Chamillenöl bildet ein intensiv blau gefärbtes, ziemlich dickflüssiges Liqui-dum von starkem Cbamillengeruch und bitterlich gewürzhaftem Geschmack.Sein speciflsches Gewicht beträgt bei 15° C. 0,930 bis 0,940. Es löst sich in8 Thln. Alkohol von 90 Proc. Bei 0° wird es sehr dickflüssig, ohne jedoch beinoch niedrigerer Temperatur ganz zu erstarren. Durch Einwirkung von Luftund Licht erleidet es ziemlich rasch eine Veränderung, indem es sich zunächstgrün, dann braun färbt und schliesslich verharzt. Auch Salpetersäure, sowieeine alkoholische Lösung von Kalihydrat bräunen das Chamillenöl, namentlichin der Wärme. Das Chamillenöl besteht aus einem farblosen, stark nachChamillen riechenden, bei 150 bis 165° C. siedenden Oel C 10 H 16 O, einem gegen