Terpene.
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vielfache Aelmlichkeit zeigen, so unterscheiden sie sich doch, trotz ihrergleichen procentischen Zusammensetzung, sehr wesentlich iu ihren chemi-schen und physikalischen Eigenschaften. Letztere Verschiedenheitentreten besonders hervor in dem Geruch, in dem Geschmack, in den Siede-punkten, in den specifischen Gewichten und in dem optischen Drehungs-vermögen. Chemische Verschiedenheiten machen sich besonders in demVerhalten der Terpene gegen Brom, Halogenwasserstoff, Nitrosylchlorid,salpetrige Säure etc. (s. unten) bemerkbar. Die Ursache dieser von ein-ander abweichenden Eigenschaften ist bei einzelnen Terpenen auf eineverschiedene Moleculargrösse, bei anderen, in ihrer Moleculargrösse derFormel C 10 H 16 entsprechenden zumTheil auf Structurisomerie, zum Theilauf physikalische Isomerie zurückzuführen (s. unten). Die grosse Mehr-zahl der natürlich vorkommenden Terpene ist optisch activ, und zwarlenken sie den polarisirten Lichtstrahl in verschiedener Stärke, theilsnach rechts, theils nach links ab.
Alle Terpene besitzen die Fähigkeit, unter geeigneten Bedingungenzu phosphoresciren. Die sauerstoffhaltigen Bestandtheile der ätherischenOele, die Stearoptene, zeigen diese Eigenthümlichkeit nicht. EinigeTerpene, besonders die höher siedenden, leuchten schwach, wenn ihreDämpfe mit der Luft zusammentreffen. Sie leuchten stärker und länger,wenn sie mit alkoholischer Kalilauge erwärmt und dabei stark geschütteltwerden. Das Leuchten tritt auch ein, wenn die erwärmten Terpene mittrockenem Kalium-, Natrium-, Calcium-, Baryum- und Magnesium-hydroxyd versetzt werden. Die Leuchtkraft der Terpene nimmt hierbeijedoch rasch ab. Die Phosphorescenz der Terpene hängt vielleicht mitihrer Fähigkeit, Ozon zu bilden, zusammen.
Nach den Untersuchungen von Wallach, Tilden, Brühl, Baeyerund Anderen lassen sich die Terpene nach ihrer Zusammensetzung, ihremSiedepunkt, ihrem Verhalten gegen Halogenwasserstoff, Brom, Nitrosyl-chlorid etc. in folgende Gruppen eintheilen:
A. Hemiterpene oder Pentene: C 5 H S .
Zu dieser Gruppe zählt das Valerylen und Isopren (siehe S. 132),welche durch Polymerisation in Terpene übergehen.
B. Eigentliche Terpene: C 10 H 1,! .
Die eigentlichen Terpene bilden, mit Ausnahme des Camphens, beigewöhnlicher Temperatur farblose, unzersetzt destillirbare Flüssigkeiten,deren Siedepunkt zwischen 160 und 190° C. und deren specifisches Ge-wicht zwischen 0,85 und 0,86 bei 15° C. schwankt. Durch wiederholtedirecte Destillation oder durch Schütteln mit wenig concentrirter Schwefel-säure scheinen sie alle in demselben optisch inactiven Kohlenwasserstoff,C 1Ü H 16 , das Tereben, überzugehen.
In chemischer Beziehung stehen die eigentlichen Terpene in naherBeziehung zum Para-Cymol: C 10 H 14 , in welches sie sämmtlich durchEntziehung zweier Atome Wasserstoff verwandelt werden können.