Grüne Rosanilinfarbstoffe.
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Jodgrün, Hofinann's G-rün, Moosgrün, entstellt neben violettenFarbstoffen durch weitere Einwirkung von Jodmethyl auf Trimethylrosanilin.Es werden hierbei gebildet die Jodide des
Tetramethylrosanilins: C 20 H 16 (CH 3 ) S N 3 . CH 3 J, Blau-Violett,Pentamethylrosanilins: C 20 H 16 (CH 3 ) 3 N 3 . (CH 3 J) 2 , Blau-Grün,Hexamethylrosanilins: C 20 H 16 (CH 3 ) 3 N 3 . (CH 3 J) 3 , Roth-Violett.
Zur Darstellung des Jodgrüns erhitzt man 1 Thl. essigsauren Kosanilinsmit 2 Thln. Jodmethyl und 2 Thln. Methylalkohol 8 bis 10 Stunden lang untersehr starkem Druck in einem eisernen Digestor. Nach Entfernung der flüch-tigen Producte giesst man hierauf das Farbstoffgemisch in viel siedendesWasser, trennt nach dem Erkalten das in Lösung gegangene Grün von demausgeschiedenen Violett und fällt es mit einer kalt gesättigten Pikrinsäure-lösung. Das auf diese Weise ausgeschiedene pikrinsaure Pentamethylrosanilin:C 20 H i6( CH 3)3 N 3 _j_ 2[CH S .C 6 H 2 (N0 2 ) 3 . 0], das Jodgrün des Handels, bildeteine dunkelgrüne, krystallinische Masse oder lockere Prismen, welche fast un-löslich in Wasser, schwer löslich in Alkohol sind. An Stelle des pikrinsaurenSalzes findet auch das Zinkdoppelsalz des Pentamethylrosanilinchlorids:[ C 20 H 16( CH 3)3 N 3.(CH 3 C1) 2 -)- ZnCl 2 ], welches in Wasser leicht löslich ist, alsgrüner Farbstoff (lösliches Jodgrün) Verwendung.
Methylanilingrün (Methylgrün, Lichtgrün, Parisergrün) wirdgebildet durch Erhitzen von Methylanilinviolett (s. S. 1065) mit Methylnitrat:CH 3 . NO 3 , oder geeigneter noch mit Chlormethyl im Autoclaven. Nach be-endeter Beaction wird die Masse in Wasser gelöst, das noch unveränderteViolett durch ein Alkali abgeschieden und die fütrirte grüne Lösung hieraufmit Salzsäure und Chlorzinklösung versetzt, um das Zinkdoppelsalz der Farb-stoffbase: [C 19 H 12 (CH 3 ) 5 N 3 .CH 3 Cl]HCl-|-ZnCl 2 -f H 2 0, zu bilden. Letztereswird schliesslich durch Kochsalz aus der wässerigen Lösung abgeschieden.Das Zinkdoppelsalz des Methylanilingrüns, welches das Methylanilingrün desHandels bildet, scheidet sich bei der Umkrystallisation aus Wasser in gold-grünen Blättchen von starkem Metallglanz ab, die in Wasser leicht mitbläulichgrüner Farbe löslich sind. Seide und Wolle färbt es prachtvoll grün;die Färbung wird jedoch durch Kochen mit Wasser und durch Seife verändert.
Malachitgrün (Bittermandelölgrün, Benzoylgrün, Victoria-urün, Solidgrün, Neugrün) entsteht durch Einwirkung von Benzotrichlorid:C 6 H 5 . CC1 8 , auf Dimethylanilin: C 6 H 5 . N(CH 3 ) 2 , oder von Benzaldehyd aufDimethylanilin und Oxydation der in letzterem Fall zunächst entstehendenLeukobase. Zur Darstellung vermischt man 3 TMe. Dimethylanilin, welchesmit der Hälfte seines Gewichts Chlorzink versetzt ist, unter gelindem Ewärmenallmälig mit 2 Thln. Benzotrichlorid und erhitzt schliesslich das Gemisch dreiStunden lang auf 110° C. Die erhaltene Schmelze wird hierauf durch Destilla-tion mit Wasserdampf von flüchtigen Producten befreit, der Bückstand alsdannmit kochendem Wasser extrahirt und der Farbstoff in Form seines Zinkdoppel-salzes: C 23 H 24 N 2 + ZnCl 2 -+- H 2 0, durch Kochsalz abgeschieden.
Zur Darstellung des Malachitgrüns aus Benzaldehyd versetzt man 10 Thle.Dimethylanilin und 4,5 Thle. Benzaldehyd allmälig mit 8 Thln. Chlorzink unddigerirt längere Zeit, nachdem die erste Einwirkung vorüber ist. Ist derGeruch nach Benzaldehyd verschwunden, so destillirt man das unveränderteDimethylanilin mit Wasserdämpfen ab und wäscht das Chlorzink aus der zu-nächst gebildeten farblosen Leukoverbindung des Malachitgrüns: C 23 H 26 N 2 :
C 6 H 5 . COH + 2 C«H 5 . N(CH 3 ) 2 = C 6 H 6 .CH[C 6 H* . N(CH 3 ) 2 ] 2 -j- H 2 0