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2 (1896) Organische Chemie
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Chelidonsäure, Mekonsäure.

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Zu den ungesättigten Verbindungen gehören auch die beiden im Pflanzen-reiche vorkommenden Säuren, die Chelidonsäure und die Mekonsäure.

/ CH=C-CO.OH

Chelidonsäure: C 7 H 4 0 6 + H 2 0 oder CO ^0 +- H 2 0,

\h=c-co.oh

findet sich neben Aepfelsäure besonders im Kraute der blühenden Schöllkraut-pflanze , Ohelidonium majus, sowie in geringer Menge in der Wurzel vonVeratrum album (Jervasäur e). Zu ihrer Darstellung wird der ausgepressteChelidoniumsaft erhitzt, ßltrirt, mit Salpetersäure angesäuert (auf 100g Saft4g Salpetersäure von 1,3 specif. Gewicht) und mit Bleinitrat, unter Ver-meidung eines Ueberschusses, gefällt. Aus dem so erzielten krystallinischenNiederschlage von chelidonsaurem Blei wird die Säure durch Schwefelwasser-stoff abgeschieden und alsdann durch Darstellung des Calciumsalzes und TJm-krystallisation desselben gereinigt. Aus der schwach salpetersauren Lösungdes Calciumsalzes wird hierauf durch Fällung mit Silbernitrat das chelidon-säure Silber bereitet und letzteres dann mit Salzsäure zerlegt.

Die Chelidonsäure krystallisirt in seidenglänzenden, in kaltem Wasser undAlkohol schwer löslichen Nadeln. Sie ist eine zweibasische Säure, deren farb-lose Salze, mit Ausnahme der Alkalisalze, in Wasser schwer oder unlöslichsind. Beim Lösen in überschüssigem Alkali entstehen die gelb gefärbten Salzeder drei- oder vierbasischen Xanthochelidonsäure oder Acetondioxal-säure: C 7 H 6 0 7 oder CO [CH 2 -COCO . OH] 2 , aus denen beim Behandelnmit Salzsäure wieder Chelidonsäure abgeschieden wird. Der Aethyläther derXanthochelidonsäure entsteht durch Einwirkung von Natriumäthylat auf einGemisch von Aceton und Oxalsäureäthyläther; kochende rauchende Salzsäureerzeugt daraus Chelidonsäure. Beim Kochen mit überschüssigem Alkali wirddie Chelidonsäure in Aceton und zwei Molecüle Oxalsäure gespalten. Zink undverdünnte Essigsäure erzeugen Hydro che lidon säure: C 7 H 10 O 6 , Schmelz-punkt 143° C. Durch Erhitzen mit Jod wasserstoffsäure auf 200° C. entsteht«-Pimelinsäure (siehe S. 459); Ammoniak bildet Oxypyridincarbonsäure:C 7 H 6 N0 5 -|- H 2 0 (Chelidamsäure, Ammonchelidonsäure), welche bei 260° inCO 2 , H 2 0 und Oxypyridin: C 5 H 5 NO, zerfällt. Bei 220°C. zersetzt sich dieChelidonsäure, unter Entwickelung von Kohlensäureanhydrid und Bildung von

/ CH=CH

Pyron oder Pyrokoman: C 5 H 4 O a oder CO \o, Schmelzp. 32,5° C.

^0 H=C HDurch Erhitzen im luftverdünnten Baume spaltet sich die Chelidonsäure inCO 2 und Kom ansäure: C 5 H 3 0 2 CO. OH, Pyroncarbonsäure, welche inWasser schwer lösliche, bei 250° C. schmelzende und hierbei in Pyron: C 5 H 4 0 2 ,und CO 2 zerfallende Krystalle bildet. Isomer mit der Komansäure ist dieCumalinsäure: C 7 H 4 0 4 (siehe S. 495).

Mekonsäure: C 7 H 4 0 7 -+- 3H 2 0, kommt nur im Milchsäfte der Mohn-pflanze, Papaver somniferum, und dem daraus dargestellten Opium in Ver-bindung mit den darin enthaltenen Basen vor. Zu ihrer Darstellung dient dasbei der Morphindarstellung gewonnene mekonsäure Calcium: C 7 H 2 Ca0 7 -|-H 2 0(s. dort). Letzteres wird durch verdünnte Salzsäure zerlegt, die abgeschiedeneMekonsäure in das Ammoniumsalz übergeführt, dieses durch Umkrystallisationgereinigt, und schliesslich durch Salzsäure die Säure daraus abgeschieden.

Die Mekonsäure krystallisirt in farblosen Blättchen, die in kaltem Wasserund in Aether schwer, leichter in heissern Wasser und in Alkohol löslich sind.