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2 (1896) Organische Chemie
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Darstellung des Aethylätliers.

I. C 2 H 5 ■ OH + H 2 S0 4 = C 2 H 5 .HS0 4 + H 2 0Aethylalkohol Schwefelsäure Aethylschwefelsäure 'Wasser.

Der Process -vollendet sich jedoch nicht vollständig im Sinne obigerGleichung, sondern es bleibt stets eine gewisse Menge Schwefelsäure undAlkohol unverändert. Erwärmt man daher das Gemisch, so geht zunächstWasser und ein Theil des unveränderten Alkohols über, bis bei etwa 140 bis145°, dem Siedepunkte des Gemisches, die Aethylschwefelsäure auf den nochvorhandenen Alkohol unter Bildung von Aethyläther und Eegeneration vonSchwefelsäure einwirkt:

II. C 2 H 6 .HS0 4 4- C S H 5 . OH = C 2 H 5 . 0 . C 3 H 5 -f H 2 S0 4Aethylschwefelsäure Aethylalkohol Aethyläther Schwefelsäure.

Letzterer Process verläuft so lange, als noch unveränderter Alkohol in dersiedenden Flüssigkeit vorhanden ist. Beginnt es an Alkohol zu mangeln, sozersetzt sich die Aethylschwefelsäure in Aethylen und Schwefelsäure:C 2 H 5 .HSO* == H 2 SO* 4- 0 2 H 4

Aethylschwefelsäure Schwefelsäure Aethylen.

Da bei dem Aetherbildungsprocesse die Schwefelsäure regenerirt wird undin der Destillirblase verbleibt, so kann dieselbe zur Erzeugung neuer Aether-mengen dienen, wenn man in dem Maasse, wie der gebildete Aether abdestillirt,Alkohol zu der stets siedenden Flüssigkeit zufliessen lässt. Letzterer wirdalsdann von der regenerirten Schwefelsäure nach Gleichung I wieder in Aethyl-schwefelsaure verwandelt, die ihrerseits dann nach Gleichung II mit unverän-dertem Alkohol abermals Aether liefert. Hierdurch erklärt es sich, dass eineverhältnissmässig kleine Menge Schwefelsäure im Stande ist, ein grosses Quan-tum Alkohol in Aether zu verwandeln. Der Aetherbildungsprocess würde sichsogar bis ins Unendliche fortsetzen, wenn nicht einestheils die Schwefelsäuredurch den zunehmenden Wassergehalt an ihrer ätherificirenden Kraft einbüsste,und anderentheils secundäre Processe der Aetherbildung eine Grenze zögen.Trotzdem vermögen im Grossbetriebe 600 kg Schwefelsäure von 1,840 specif.Gewicht in 40 Tagen 40 000 kg Alkohol von 96 Proc. zu ätherificiren.

Mangelt es während der Aetherdarstellung an Alkohol, oder steigt dieTemperatur während derselben über 145° C, oder wird schliesslich die Schwefel-säure zu wasserhaltig, so entsteht neben Schwefligsäure- und Kohlensäure-anhydrid, Aethylen, welches durch Polymerisation zum Theil in festes Aetherin(Schmelzpunkt 110° C, Siedepunkt 260° C.) und in flüssiges Aetherol, beidevon der Formel: (C 2 H*) n , übergeht. Neben letzteren Körpern gehen mit demAether bei dessen Darstellung auch kleine Mengen von Schwefligsäure-Aethyl-äther: (C 2 H 5 ) 2 S0 3 , und von Schwefelsäure-Aethyläther: (C 2 H 5 ) 2 S0 4 , über. EinGemisch aus letzteren Aethern mit Aetherin und Aetherol, sowie mit keton-artigen Verbindungen, bezeichnete man früher als schweres Weinöl.

Das nach vorstehenden Angaben erhaltene Destillat trennt sich in derBuhe in eine untere, wässerige, nur wenig Aether enthaltende Schicht, und ineine obere, welche aus wasser- und alkoholhaltigem Aethyläther besteht, demkleine Mengen von schwefliger Säure, und unter Umständen auch von Aetherin,Aetherol und Aethern der schwefligen Säure und der Schwefelsäure beigemengtsind. Zur weiteren Peinigung schüttelt man den von dem Wasser abgehobenenAether mit Kalkmilch, um hierdurch die schweflige Säure zu binden, die Aetherder schwefligen Säure und der Schwefelsäure zu zerlegen und den Alkoholgrösstentheils zu entfernen. Die vollständige Entfernung des Alkohols aus demAether geschieht durch wiederholtes Schütteln desselben mit kleinen QuantitätenWasser, die Befreiung von Wasser durch mehrtägiges Behandeln mit zer-kleinertem Chlorcalcium und schliessliche Bectification aus dem "Wasserbade.