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2 (1896) Organische Chemie
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50 Allgemeine chemische Beziehungen der organ. Verbindungen.

H.C=C.H

H.C C .H

Die Zahl der Wasserstoffatorne, welche ein Kohlenwasserstoff ent-hält, gleichgültig, ob die Bindung zwischen den einzelnen Kohlenstoff-atomen eine einfache oder zum Theil eine mehrfache ist, muss in Folgeder Vierwerthigkeit des Kohlenstoffs stets eine gerade sein. In gleicherWeise bedingt auch die Vierwerthigkeit des Kohlenstoffs, dass die Summeder Atome ein-, drei- oder fünfwerthiger Elemente, welche sich in demMolecül einer organischen Verbindung befinden, ebenfalls eine geradesein muss, da die Summe der Affinitätseinheiten der das Molecül einerorganischen Verbindung zusammensetzenden Atome stets durch einegerade Zahl ausgedrückt wird. Letzteres Gesetz bezeichnet man alsdas der paaren Atomzahlen.

Bei Anwendung der Theorie der chemischen Structur ist jedoch nichtausser Acht zu lassen, dass dieselbe auf einer ganzen Reihe von Hypo-thesen beruht, mit deren Fall auch diese Theorie zu einer unhaltbarenwird. Abgesehen von der schwankenden Werthigkeit der Elementatome(vergl. I. anorgan. Theil, S. 95) und dem hierdurch bedingten schwan-kenden Begriffe der gesättigten und ungesättigten Molecüle ist die An-nahme, dass sich die Kohlenstoffatome in den organischen Verbindungendurch gegenseitige ein- oder mehrfache Bindung ketten- oder ringförmiganeinanderreihen, eine hypothetische, vorläufig durch Nichts bewiesene,Trotz dieser hypothetischen Grundlage, auf welcher die Theorie von derAtomverkettung beruht, ist dieselbe doch für die Entwickelung der or-ganischen Chemie von unschätzbarem Werth, denn sie ist nicht alleinim Stande, die wichtigsten Erscheinungen in bündiger und einleuchtenderWeise zu erklären, sondern sie hat auch zur Entdeckung einer über-raschend grossen Anzahl von Verbindungen geführt, welche auf Grundder Theorie der chemischen Structur sich voraussehen Hessen.

Isomerie.

Bei dem Studium der organischen Verbindungen beobachtet mannicht selten das Auftreten von Körpern, welche bei gleicher procen-tischer Zusammensetzung, gleicher empirischer Formel undgleicher Moleculargrösse verschiedene physikalische und che-mische Eigenschaften besitzen. Solche Verbindungen werden isomeregenannt (von löo^iaQfjg , aus gleichen Theilen zusammengesetzt). DieUrsache dieser eigenthümlichen Erscheinung ist zurückzuführen auf dieverschiedene Anordnung, welche die einzelnen Elementatome innerhalbdes Molecüls der betreffenden Verbindungen haben.

Als Aethylenchlorid und als Aethylidenchlorid finden z.B. zwei Ver-bindungen arzneiliche Anwendung, welche die gleiche procentische Zusammen-setzungC: 24,24, H: 4,04, Cl: 71,72", gleiche empirische Formel: C 2 H 4 C1 2 ,

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