Theorie der chemischen Structur.
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sondern sollen nur die Valenzen des Kolilenstoffatoms ihrer Bindungsweisenach zum Ausdruck gelangen. Dass die vier Affinitätseinheiten des Kohlen-stoffatoms nicht in einer Ebene liegen können, geht aus folgenden Er-wägungen hervor. Wäre dies der Fall, so müssten theoretisch zweiverschiedene Verbindungen: Caabb, zwei verschiedene Verbindungen:Caabc, und sogar drei verschiedene Verbindungen: Cabcd (a, b, c, dsollen verschiedene einwerthige Elemente oder einwerthige Atomcomplexevorstellen) existiren :
b
Ia—C-
Ib
I.
-0-
Ib
II.
b b
I I
a—C—c a—C—a
aI.
cII.
b
Ia—C—c
dI.
-C—d
bII.
Bisher existiren jedoch von der Verbindung Caabb,/H
-C—b
Ic
III.B.
von
dem Dichlormethan: C
—Ol'•OlHBr
und von der Verbindung Caabc, z. B. dem
Dibromnitromethan: C__-p , nicht zwei, sondern nur je ein Vertreter,
X N0 2von einer Verbindung Cabcd, z. B. von der Aethylidenmilchsäure:/CH 3
C
^-CO.OH
OHH
, nicht drei, sondern nur zwei verschiedene. Diese That-
\
sache findet eine einfache Erklärung, wenn man annimmt, dass die vierAffinitäten des Kohlenstoffatoms räumlich derartig vertheilt sind, dasssie vom Mittelpunkte eines Tetraeders (in welchen man sich das C-Atomplacirt zu denken hat) nach den vier Ecken desselben gerichtet sind.Unter diesen Bedingungen ist nur je eine Verbindung Caabb und Caabc>dagegen sind zwei und nicht mehr Verbindungen Cabcd denkbar*):
c
I. /
o
n.
Die beiden Systeme I. und IL sind nicht identisch, vielmehr verhaltensie sich wie das Bild zum Spiegelbilde; dieselben können daher auchdurch keine Drehung zur Deckung gebracht werden. Die Beihenfolge
*) Es lässt sich dies leicht veranschaulichen, wenn man die Ecken zweier, ausPappe geklebten Tetraeder mit vier verschiedenen Farben bemalt. Hierdurch entstehen2\vei symmetrische, sich wie Bild und Spiegelbild verhaltende, aber nicht identischeKörper.