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Blutegel.
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zu begegnen ist man, insbesondere in Frankreich, mit ausgezeichnetem Er-folge daran gegangen die Blutegel künstlich zu züchten und den gebrauch-ten Blutegeln die für ihre Erhaltung und Vermehrung erforderlichen gün-stigen, naturgemässen Bedingungen zu bieten. Frankreich erzeugt gegen-wärtig auf diesem Wege schon jährlich 7 Millionen Blutegel. Der Urheberdieser vor 15 Jahren begonnenen Industrie, welcher namentlich um Bordeaux,Etablissements im Werthe von 40 Millionen Franks geschaffen hat, war einarmer Schiffer. Möchte dies ein Fingerzeig für die intelligenten ApothekerDeutschlands sein.
Aufbewahrung. Die Erhaltung der Blutegel für den täglichen Be-darf knüpft sich im Ganzen und Grossen an die Gewähr der erwähntenBedingungen für seine naturgemässe Existenz. Die erste Bedingung ist, siehier und zwar unter allen Umständen, ausserhalb des Bereiches faulenderoder zersetzender animalischer Stoffe, zu denen ihre Excremente und diewährend ihrer Häutung abgestreiften Häute und die Leichname der Erstor-benen gehören, zu bringen hat. Bei denjenigen , welche man gezwungenist für den täglichen Gebrauch in Steintöpfen (nicht Glas- oder Porzellan-Häfen) aufzubewahren, muss das "Wasser immer eher erneuert werden, eheein fauliger Geruch eintritt. Ein einmaliges Versehen ist die Veranlassungzum allmäligen Absterben aller der Thiere, die unter solchem Einfluss ge-lebt haben. Alle Mittel helfen dann gewöhnlich nichts. Die Behandlungmit verdünnter Schwefelsäure, Chlorwasserstoffsäure, Kohlenpulver, Ho-nig etc. ist ganz unsinnig. Ein Hauptmittel sich vor Verlusten zu schützen,ist der Ankauf gesunder Thiere und ihre Bewahrung in vollständig von je-der möglichen Inficirung fern gehaltenen Behältern. Blutegel, die mankaufen will, müssen sich, wenn man eine Parthie in die Hand nimmt undin dieser zusammendrückt, flaumenförmig fest zusammenrollen. Thun siedies nicht, bleiben sie träge, lang gestreckt, matt auf der Hand liegen, sokaufe man dieselben nicht. Ist man gezwungen grössere Vorräthe zu hal-ten, was, wenn irgend möglich, zu unterbleiben hat, so verwahre man diesegrösseren Vorräthe, namentlich über den Winter, nicht im blossen Was-ser. Eine Mischung von reinem Thon, ausgelaugtem Torfgruss und Wasserzu einem steifen Brei, in den sie sich gleich hineinziehen, in reinen zugedeck-ten Gefässen, bei einer Temperatur von 4—6°R. ist jedem anderenAufbewahrungsorte vorzuziehen. Für den täglichen Gebrauch wähle manTöpfe aus Steingut, mit nicht zu glatter Innenfläche. Die Töpfe müssenetwa 1—2 Quart Wasser halten, nur bis zur Hälfte gefüllt und die Mengeder darin verwahrten Thiere nicht zu gross sein. 1 Schock auf ein QuartRauminhalt dürfte am geeignetsten sein.
Officinell sind: Der deutsche Blutegel, Hirudo medicina-lis, von grünlicher Farbe, mit 6 rostrothen, schwarz punktirten binden-ähnlichen Streifen, der Bauch schwarz gefleckt. Der ungarische Blut-egel, Hirudo officinalis, von Farbe grünlich, mit 6 hochrothen Strei-fen, der Bauch ungefleckt, dunkelgrün.
■ XH. Klasse.
Häderthiere. Rotataria.
Würmer von sehr geringem, nur mikroskopisch wahrnehmbarem Um-fange, nur im Wasser, zumeist im süssen Wasser, lebend. Sie haben einengegliederten Körper, dessen kopfloses Vordertheil mit räder-
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