Ringelwürmer. Blutegel.Blutegel. Hirudo.
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Ringelwürmer mit flachen, schwachgeringeltem weichem Leibe undeinem Saugnapfe Fig. 386, im Munde drei harte kammförmig eingeschnit-tene mit spitzen Zähnen versehene Kiefern. Fig. 387.
Fig. 386.
Kopf mit 10 Augen. Mundöffnung. Schwanzende und Saugnapf.
Fig. 387.Kiefer
Körperbau. Fig. 386. 387. Der Körper der Blutegelist lang gestreckt, und in 90— 100 Ringe getheilt. DerKopf ist vom Leibe durch keinen Abschnitt geschiedenund wird durch die ersten 9— 10 Ringe gebildet Fig. 386.Auf dem Kopfe stehen 10 Augen Fig. 380. Am Hintertheiledes Körpers befindet sich die Haftscheibe oder Säugnapf 386.
Die Blutegel sind Zwitter, die sich gegenseitig be-fruchten.
Lebensweise und Wohnorte Die Blutegel le-ben im Wasser und in dem feuchten moorigen Untergrundedesselben. Ihre Bewegung im Wasser geschieht durcheine schlängelnde Beugung ihres, dann flach ausgebreite-ten Körpers.
Zur Bewegung auf fester Unterlage dienen ihnen ihre Haftscheiben oder.Saugnäpfchen, vermöge deren sie sich, eine nach der andern an dieGegen-stände festsaugend und abziehend, bewegen. Ihre Nahrung besteht aus demBlute warmblütiger und kaltblütiger Thiere. Beim Eintritt der kalten Jahres-zeit verlassen sie die Oberfläche der Gewässer und begeben sich in den moori-gen Untergrund derselben so weit hinein, bis sie eine Stelle erreicht ha-ben, die, wenn zwar feucht doch nicht nass ist. Hier rollen sie sich dichtund fest zusammen, und harren in einer selbst geschaffenen Höhleohne Nahrung und mit fast ganz beschränkter Respiration auf die warmeJahreszeit, Das Vorhandensein eines solchen, ihren besonderen Bedürf-nissen entsprechenden, moorigen, von Pflanzenwurzeln durchwachsenen,von der Kälte nicht berührten, nicht austrocknenden Untergrundes ist eineHauptbedingung für die naturgemässe Existenz des Blutegels. Beim erstenBeginn des Frühjahres, wenn die auf dem Untergrunde stehenden, oder sichüber ihn verbreitenden Gewässer eine Temperatur von über-j-4°R. zeigen,verlässt der Blutegel seine Winterquartiere und sucht, nun ausgehungert,seine Nahrung. Er saugt Säugethiere, Fische, Reptilien an, indem er dieKopfringe fest auf die Hautstelle drängt und beisst dann, indem er dieKiefer mit der Zahnreihe nach Aussen richtet, mit diesen in die Haut ein.Die Wunde, mit der er die Haut durchbohrt hat, gleicht genau derdreieckigen Stellung der Kiefer. Ist das Durchbeissen der Hautstelle ge-schehen, so erfolgt das Aussaugen des Blutes durch einen Muskelapparat