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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Halbflügler,

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Verlängerung des Hinterleibes eine gestreckte Form; er ist sehr deutlichin die drei Körperabschnitte getheilt. Die Kiefer sind gross und stark,die Unterlippe helmartig geformt und gross; 2 Facettenaugen und2—3 Nebenaugen. Die Bedeckungen des Körpers und auch die Flügel-decken sind weich. Der Hinterleib endigt in einen hornartigen Fortsatz,bei dem Weibchen in einen Legestachel. Die Beine sind stark, lang, oftSprungfüsse, die vorderen oft Raubfüsse. Die meisten bringen durch Rei-bung ihrer Flügeldecken und Beine Töne hervor. Einige haben einen be-sonderen Singapparat. Dieser besteht aus einem häutigen Schlauch amGrunde der Oberflügel und einem Kanal, in welchen zwei Häute ausge-spannt sind, welche durch das Hineinströmen der Luft vibrireu und da-her tönen.

Lebensweise und Wohnorte. Die Gradfliigier leben oft in un-geheuren Schaaren, z. B. die Heuschrecken, doch nie in geordneten Gesell-schaften, wie die Bienen oder Ameisen. Sie leben grösstenteils von Pflanzenund sind sehr gefrässig. Nur einmal im Jahr legt das Weibchen Eier. Die aus-gekommene Larve ist der Puppe und dem vollkommenen Insekt in Lebens-weise und Gestalt sehr ähnlich. Die Wandlung beschränkt sich auf Aus-dehnung der Formen und auf das Herausbilden von Flügeln. Die Grad-flügler leben nur auf dem Lande.

Nutzen gewähren die Gradflügler nicht, dagegen sind die meistenderselben den Culturpflanzen schädlich; die Züge der Wanderheuschreckesind gradezu verheerend für allen Pflanzenwuchs. In Asien und Nordafricaerscheinen sie noch in so ungeheuren Massen, dass ihre Züge die Sonneverfinstern und dort, wo sie sich niederlassen, innerhalb weniger StundenBäume, Sträucher, Kornfelder leer gefressen sind. In geringerem Maasseschädlich, weil viel weniger häufig, ist die Feldgrylle; die Maulwurfsgryllefrisst die Wurzeln der Getreidearten ab und ist gleichfalls schädlich; dieHausgrylle, die Küchenschabe sind lästige Thiere.

Es gehören zu den Gradflüglern: Grashüpfer, Tetrix; Heu-schrecken, Acridium, darunter die Wanderheuschrecke, Acridiummigratorium; Grylle, Gryllus, darunter Hausgrylle, Gryllus domesticus,Feldgrylle, Gryllus campestris; Maulwurfsgrylle, Gryllotalpa vulga-ris; Küchenschabe, Kakerlake, Blatta orientalis; Ohrwurm Forsi-cula etc.

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7) Halbflügler, Hemiptera.

Insekten, die grösstentheils 4 ungleichartige, aber auch 2 und gar keineFlügel haben, stets ist ein Saugrüssel vorhanden, welcher aus einerschnabelförmigen Scheide und 4 Innenborsten besteht. Sie machen eineunvollkommene Verwandlung durch.

Körperbau. Der Körper der Halbflügler ist mehrentheils gedrun-gen, die drei Abschnitte sind oft nur sehr undeutlich von einander ge-schieden. Die Fühler sind grösstentheils borstenförmig: ausser den zweikleinen zusammengesetzten Augen haben sie noch 2—3 einfache. Flü-gel sind nicht immer vorhanden, oft fehlen sie nur dem Weibchen; dieVorderflügel sind stets grösser als die Hinterflügel. Die Beine sindschwach, zuweilen werden die vorderen stärker und zum Erfassen einge-richtet, zuweilen dienen die hinteren zum Schwimmen.

Lebensweise und Wohnorte. Vermittelst ihres Saugrüssels durch-bohren die Halbflüglw-die Oberhaut der Pflanzen und Thiere'und saugen de-ren flüssige Theile in sich zur Nahrung. Einige unter ihnen haben einenätzenden Speichel, wodurch der Stich derselben schmerzhafter wird. Die

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